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MLS räumt bei Präventions-Preis ab

Preis für Gymnasium MLS räumt bei Präventions-Preis ab

Ein Anti-Cybermobbing-Projekt der Martin-Luther-Schule ist als eine der bundesweit besten Präventions-Ideen mit dem Jugendpreis Mydigitalworld 2015 ausgezeichnet worden.

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Nacktbilder versenden und organisierte Beleidigungs-Attacken via Internet und Smartphone sind Jugendprobleme.

Quelle: Archiv

Marburg. Das Konzept „Make IT Safe“ wird am Marburger Gymnasium von vier 14- und 15-Jährigen geprägt. Luisa Jacobs, David Schrader, Melissa Wollenberg und Justus Gillmann erklären als geschulte Medienberater ihren Altersgenossen den richtigen, gefahrlosen Umgang mit Smartphone und Internet. Ziel: Sexting, das Verschicken von Nacktbildern, und Cybermobbing, das Beschimpfen anderer, verhindern. Um auf diese Probleme auch an Schulen in der Universitätsstadt hinzuweisen, drehten die Jugendlichen 2014 ein Musikvideo (die OP berichtete) - dieses Engagement wurde mit der Verleihung des Jugendpreises belohnt.

„Von Cybermobbing bis Datenkontrolle: Die Einreichungen zeigen eine echte Begeisterung für neue Lösungen im Umgang mit digitalem Schutz und Vertrauen. Das wollen wir weiter fördern“, sagt Dr. Michael Littger, Geschäftsführer der Initiative „Deutschland sicher im Netz“.

Cybermobbing, Sexting und Bullying sind indes an Schulen und unter Schülern - die täglich mehrere Stunden in der digitalen Online-Welt verbringen - verbreitet. „Die Formen des Mobbings sind dabei dieselben wie früher, die Opfer werden regelmäßig dafür abgestraft, dass sie vielleicht irgendwie anders sind oder von ihrer Gruppe als sozial inkompatibel beurteilt werden. Ausgrenzung und der Verrat von intimen Geheimnissen sind besonders weit verbreitet, aber auch körperliche Gewalt funktioniert mittlerweile über das Internet,“ erklärte Psychologe Dr. Jost Stellmacher und spielt auf Exzesse an, bei denen Jugendliche ein Opfer organisiert überfallen, es zusammenschlagen. Genannt wird das „Happy Slapping“. Jutta Laucht, Jugendkoordinatorin der Polizei Marburg-Biedenkopf, gibt Einblick in die Praxis: „Wir erleben es leider immer häufiger und über alle Schulformen hinweg, dass Mädchen unvorsichtig mit entsprechenden Bildern umgehen und auch das Happy Slapping findet hier im Landkreis tatsächlich statt, mit teilweise schweren Verletzungen.“

Experten raten Eltern zu „frühem Einschreiten“

Laucht warnt aber vor Überreaktionen. „Wir dürfen dabei nie außer Acht lassen, dass pubertierende Jugendliche anders ticken als wir, dass die sich im Internet so offen präsentieren erscheint uns abwegig, ist aber bis zu einem gewissen Grad für diese Generation normal.“

Stellmacher wirbt bei Eltern für aufmerksame Betreuung der Jugendlichen, gerade was die Nutzung von Smartphones angeht: „Beim Cybermobbing haben wir es ja meistens nicht mit den knallharten Gewalttätern zu tun, da sollte frühes Einschreiten noch greifen.“

Zuletzt wurden Sexting- und Cybermobbing-Fälle an der Elisabethschule und am Philippinum bekannt.

von Björn Wiskerund Marcus Hergenhan

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