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MBL attackiert Egon Vaupel

Veruntreuung und Versicherungen MBL attackiert Egon Vaupel

Die Erkenntnis kostet 1,6 Millionen Euro. Nach dem Veruntreuungsfall lässt die Stadt Marburg ihre Versicherungen prüfen. Klar ist: Es gibt Versorgungslücken. Ein Gutachter soll helfen. Die MBL spricht von Schlamperei.

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Fraktionschef Uchtmann hat Zweifel an den Verwaltungsfähigkeiten Egon Vaupels.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Über zehn Jahre griff ein Beamter der Stadt ungehindert in die Kasse. 1,6 Millionen Euro unterschlug der mittlerweile Verurteilte. Von der Versicherung gab‘s nur 125000 Euro zurück. Deutlich zu wenig, sagt die Marburger Bürgerliste (MBL). Diese Versorgungslücke soll nun ein externer Gutachten schließen. Doch wieder gibt es Wirbel. Der Auftrag für das 75000 Euro teure Papier ging an die Firma InRisCon in Frankfurt. Bei der Vergabe sei es zu Schlamperei gekommen, sagt Hermann Uchtmann, Fraktionsvorsitzender der MBL. Zwei Dinge rückt der Stadtverordnete in den Fokus: Zum einen wirft er Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) vor, bewusst die Unwahrheit gesagt zu haben. Darüber hinaus sei die Auftragsvergabe chaotisch und grenzwertig.

Der MBL-Vertreter trug seine Bedenken im Akteneinsichtsausschuss vor. In besonderem Maße finde er es seltsam, dass ein Angebot von Udo Dietrich, der über langjährige Erfahrung als kommunaler Risikomanager verfüge, ignoriert wurde. Statt dessen seien Vorgaben übergangen worden, die bei einer Vergabe solcher Aufträge mindestens das Einholen von drei Angeboten vorsähen, sagt Uchtmann. „Der Oberbürgermeister sagte, ihn würden täglich Angebote von Fachleuten unterbreitet.

„Aussagen lassen an Glaubwürdigkeit zweifeln“

In den Akten zu dem Fall ist aber nur das der von Herrn Dietrich beigefügt sowie ein Finanz-Check eines DVAG-Beraters.“ Darüber hinaus würde Vaupel das Dietrich-Angebot madig machen, ins Lächerliche ziehen und damit als unseriös erscheinen lassen. „Das gesamte Verfahren offenbart Hilflosigkeit“, sagt Uchtmann und richtet deutliche Worte an Vaupel. „Die nicht den Tatsachen entsprechenden Aussagen des Oberbürgermeister stellen dramatisch seine Glaubwürdigkeit infrage.

Die Art und Weise, wie der Auftrag erteilt wurde, provozieren Zweifel an seiner Fähigkeit als Verwaltungschef.“ Wie reagiert Vaupel auf diese Vorwürfe? „Ich halte das Ganze für bedenklich. Ich werde im Ausschuss Stellung beziehen und die Vorwürfe entkräften. Dr. Uchtmann wird sich danach entschuldigen, wenn er denn Manns genug ist.“

Die Vorwürfe seien grenzwertig, teilweise darüber hinaus. Um so stärker der Druck wird, um so deutlicher werde sich Vaupel in den Gremien präsentieren. Er sehe weder in der Angebotsvergabe noch in seinen Aussagen irgendwelche Fehler. „Wenn man solche Vorwürfe erhebt, sollte man sich auch immer selbst reflektieren.“

von Carsten Bergmann

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