Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Luxusfirma streitet mit Arme-Leute-Laden

Handtaschenstreit Luxusfirma streitet mit Arme-Leute-Laden

Der Kleiderladen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) soll durch den Verkauf einer nachgemachten Designertasche die Markenrechte von Louis Vuitton verletzt haben.

Voriger Artikel
Spezialist für die Emotionsregulation
Nächster Artikel
„Baustelle“ im Internet zur Besichtigung frei

Im DRK-Kleiderladen gibt es gebrauchte Kleider und Taschen, die gespendet wurden. Foto: Waldinger

von Anna Ntemiris

Marburg. Von Louis Vuitton hatte Rudi Kittel, Geschäftsführer des DRK Marburg, bislang noch nie etwas gehört. Er blättert nunmal keine Hochglanz-Magazine durch, schaut sich nicht in Edelboutiquen um und war noch nie auf den Prêt-à-porter-Schauen in Paris. Jetzt kennt der Rote-Kreuz-Mann das Nobelunternehmen, das insbesondere wegen seiner Taschen weltweit berühmt ist: Die Firma Luis Vuitton Malletier, Sociéte Anonyme, in Paris hat ihre Rechtsanwälte aus Hamburg auf den DRK-Kleiderladen „gehetzt“, um ihn „abzuzocken“, sagt Rudi Kittel erbost. Die Geschichte lässt sich schnell erzählen: Am 30. April schlenderte ein Testkäufer aus Frankfurt durch die Marburger Oberstadt. Das heißt: Der Mann suchte nach nachgemachten Markenartikeln, nach Plagiaten, die er kauft, um sie dann bei den Originalherstellern als Beweisstück abzuliefern. Im Schaufenster des DRK-Kleiderladens sah er eine Handtasche, die fast identisch einer Louis Vuitton-Tasche gewesen sein soll. Er kaufte die gebrauchte Tasche für drei Euro und sandte sie den Hamburger Rechtsanwälten. Diese schickten kurze Zeit später Fotos, eine Kopie der Quittung und jede Menge Erklärungen sowie Urteile an Rudi Kittel. Das Blütenmuster der Taschen ist geschützt, daher seien die Motive der unechten Tasche eine Verletzung der Markenrechte. Der DRK habe „das besondere Image und die hohe Wertschätzung“ von Louis Vuitton ausgenutzt, die die Firmenprodukte aufgrund „ihres Charakters als imageträchtige und hochpreisige Luxusartikel genießen“.Wegen dieser „unlauteren Rufausbeutung“ forderten die Anwälte laut Kittel eine Unterlassungserklärung sowie Geld für Anwaltskosten und Testkaufaufwand. 2 .000 Euro wird der Kreisverband nun für die Kanzlei in Hamburg und rund 600 Euro für die Kosten des Testkaufs zahlen müssen, so Kittel. „Mich traf der Schock“, sagt Kittel und schüttelt immer wieder mit dem Kopf, wenn er das seitenlange Schreiben sieht, das der OP in Kopie vorliegt.

Mehr dazu lesen Sie in der Printausgabe der OP.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Marburg

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr