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Lutherzeit wichtige Periode für Marburg

Reformationsjahr Lutherzeit wichtige Periode für Marburg

Zum Start des Reformationsjahrs 2017 wird am heutigen Reformationstag im Rathaus eine neue Stadtschrift präsentiert.

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Auch in der Lutherischen Pfarrkirche findet heute am Reformationstag eine Andacht statt. Von dort und zwei anderen Kirchen aus führt ein Sternmarsch zum Marktplatz.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Wie haben die Marburger zur Zeit Martin Luthers gelebt, gewohnt, gearbeitet, gegessen, getrunken, geliebt? Wie liefen die Enteignung der Klöster, die Universitätsgründung und das Marburger Religionsgespräch ab? Im jetzt erschienenen Band 106 der Marburger Stadtschriften erzählt Dr. Christoph Becker unter seinem Autoren-Pseudonym Daniel Twardowski große und kleine Vorkommnisse der welthistorisch bedeutenden Umbruchzeit der Reformation am Beispiel der Stadt Marburg. Das 240-Seiten-Werk ist illustriert von Vitali Konstantinov im Rathaus-Verlag der Stadt erschienen und kostet in Anlehnung an das Ursprungsjahr der Reformation 15,17 Euro.

Der Germanist Becker hatte ursprünglich vom Kulturamt einen Werkvertrag erhalten, um im Vorfeld des Marburger Reformationsjahrs Texte zu mit Luthers Wirken verknüpften Aspekten der Stadtgeschichte zu verfassen. „Die Reformation fällt wie die Gründung der Universität im Jahr 1527 in eine wichtige Periode der Marburger Stadtgeschichte“, erläutert Kulturamtsleiter Dr. Richard Laufner. Die einzelnen Texte gefielen ihm so gut, dass er die Anregung gab, ein Buch zu machen. „die von Marpurg und die Welt Martin Luthers“: So heißt dieses Buch jetzt. Becker achtete dabei ausdrücklich nicht auf historische Vollständigkeit. Er will stattdessen Stadt-, Reformations- und Alltagsgeschichte anschaulich machen.

26 Kapitel zu verschiedensten Themen

In 26 Kapiteln erfahren die Leser mehr zu den hygienischen Bedingungen im Marburg zu Beginn des 16. Jahrhunderts. Aber auch um die Themen Schule, Wohnen oder Religion geht es. Besonderen Wert legt Becker auf skurrile Details. So berichtet er über die wohl erste Marburger Bürgerinitiative, die Anfang des 16. Jahrhunderts zwischenzeitlich für einen mehrjährigen Baustopp bei der Errichtung des Rathauses am Marktplatz sorgte. Und mit besonderem Vergnügen weist Becker darauf hin, dass es in dem in Marburg gedruckten Reisebericht des Hans Staden über zwei seiner Reisen nach Brasilien 1548 und 1555 auch eine Abbildung gibt, die Pfeife rauchende indianische Eingeborene zeigt. Dieses Bild sei sozusagen die Ur-Vorlage für die Werbung mit dem Marlboro-Mann.

  • Zuvor eröffnet die Evangelische Kirche das Reformationsjahr um 18 Uhr mit der Einbringung der neu editierten Lutherbibel in der Lutherischen Pfarrkirche, der Elisabethkirche und der Universitätskirche. Ab 18.40 Uhr erfolgt dann ein Sternmarsch zum Marktplatz mit einem anschließenden Gottesdienst (bei Regen in der Universitätskirche).

von Manfred Hitzeroth

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