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Luther und Philipp ergänzen Sammlung

Briefmarken Luther und Philipp ergänzen Sammlung

Sammeln, lernen, ordnen: Die Philatelie ist für die Marburger Briefmarkenkundler Hobby und Leidenschaft. Das laufende Reformations-Jubiläumsjahr haben sie für die Veröffentlichung einer Besonderheit genutzt.

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Stefan Siebecker (rechts) und Marco Janke sammeln seit Jahren Briefmarken und teilen ihr Hobby im Verein für Briefmarkenkunde Marburg, der in diesem Jahr 125 Jahre alt wird.

Quelle: Björn Wisker

Marburg. Der Verein für Briefmarkenkunde veranstaltete anlässlich von 500 Jahren Reformation ein Sonderpostamt im Rathaus. Ein Stempel mit dem Gesicht Martin Luthers samt Siegel ist darauf zu sehen. Da sich zudem der 450. Todestag Landgraf Philipps jährt, ist dieser Marburger Promi ebenfalls auf einem Sonderdruck verewigt.

Zwei der bekanntesten Briefmarkenkundler in der Universitätsstadt sind Marco Janke und Stefan Siebecker. Sie erklären den Reiz des Hobbys, das sie betreiben: „Die Vielfalt ist riesig, es gibt so viel zu entdecken“, sagt Janke. Viel zu viel. Praktisch alle Sammler haben ein eng umrissenes Gebiet, konzentrieren sich auf bestimmte Motive: Autos, Schiffe, Vögel - es gibt kaum eine Kategorie, die sich nicht als Briefmarke findet. Andere Philatelisten interessieren sich mehr für das Material: Stoff, Leder, Porzellan.

Janke sammelt Deutschland, also alle Motive, die in den vergangenen Jahrzehnten kursierten. Heißt: von der Kaiserzeit über Kolonien, die Weimarer Republik, das Dritte Reich, Westdeutschland und die DDR bis jetzt. „Ein Leben lang ist man mit so was beschäftigt. Fertig kann man mit so etwas wohl nie werden.“ Geduld, Ausdauer und Ordnungssinn seien entscheidend, um die Lust nicht zu verlieren.

Sammler wie er und Stefan Siebecker jagen weniger unbenutzte, als vielmehr mit einem Poststempel versehene „echt gelaufenen“ Marken. Sprich: Solche, die tatsächlich auf Briefe geklebt, verschickt und nicht nur in einer Postfiliale gekauft und danach in Hoffnung auf Wertsteigerung archiviert wurden. Die Marburger klagen vor allem über den Trend von Selbstklebemarken und dass bei der Post kaum noch von Hand - und somit sorgfältig - sondern von Maschinen gestempelt werde. Meist sei dann der Absendeort nicht mehr zu sehen, nur das Briefzentrum.

Konsequenz: minderwertige Massenware, uninteressante Sammelgegenstände. „Aus Tagespost zu sammeln, ist äußerst schwer geworden, weil Marke und Stempel einfach zusammengehören“, sagt Siebeker.

Wie viele Marken sie besitzen, daraus machen die Marburger ein Geheimnis. Zu groß ist das Einbruchsrisiko. Denn: Der Wert vieler Sammlungen geht in fünf- bis sechsstellige Bereiche. Heutzutage sind einige alte Marken ein Vielfaches ihres ursprünglichen Kaufpreises wert. Für manchen Satz zahlen Liebhaber 2000, 5000, gar 10000 Euro - und das nicht nur für die blaue Mauritius, die wohl bekannteste Edel-Briefmarke. Dabei sei diese entgegen des Klischees gar nicht die begehrteste unter Sammlern, erklärt ­Siebecker.

„Es gibt viele Drucke, die noch seltener sind. Entscheidend ist aber, dass es in jeder Sammlung Schätze gibt, hinter denen man her ist.“ Dazu zählen bisweilen auch Fehldrucke, also Marken, die aufgrund von Mängeln nur in geringem Umfang produziert wurden und somit rar sind. „Sicher muss man irgendwann auch mal hohe Investitionen tätigen, aber das muss nicht sein, um mit viel Leidenschaft zu sammeln“, sagt Janke und greift zu den Sonderstempeln mit Martin Luther und Landgraf Philipp.

Kontakt: JankeMarco@aol.com

von Björn Wisker

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