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Lokschuppen muss gesichert werden

Aus dem Bauausschuss Lokschuppen muss gesichert werden

Die Zukunft des ehemaligen Lokschuppens auf dem Waggonhallen-Areal steht in den Sternen: Eine Sanierung des einsturzgefährdeten Daches würde Millionenkosten verursachen, sagte Baudezernent Dr. Franz Kahle (Grüne).

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Der ehemalige Lokschuppen auf dem Gelände des Waggonhallen-Areals hat einen hohen Sanierungsbedarf.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Um den Lokschuppen ging es am vergangenen Donnerstag im Bauausschuss des Stadtparlaments. „Es besteht aus unserer Sicht dringender Handlungsbedarf“ meint Andrea Suntheim-Pichler (Bürger für Marburg). Zum einen müsse es eine nachhaltige Sicherung des Kulturdenkmals auf dem Waggonhallen-Gelände geben.

Zum anderen stehe dringend die Ausarbeitung eines Nutzungskonzeptes für das halb verfallenene Gebäude an. Aufgrund eines Antrags der „Bürger für Marburg“ stand das Thema auf der Tagesordnung.

Baudezernent Dr. Franz Kahle (Grüne) erläuterte, wie drama­tisch die Situation des Lokschuppens mit einer gesamten Grundfläche von 2 500 Quadratmetern sich aus Sicht des Magistrats und der Stadtverwaltung darstellt. Aufgrund des Gutachtens eines Statikers stehe fest, dass die dringend notwendige Sanierung aufwändiger sei als zuvor erhofft.

Dach bei Schneelast einsturzgefährdet

Denn das Betreten des Dachs durch einen Dachdecker sei nicht risikofrei möglich. Wenn es einen Winter mit einer hohen Schneelast gebe, dann sei das Dach zudem einsturzgefährdet. Aufgrund der potenziellen Risiken darf die Halle des Lokschuppens derzeit nicht betreten werden.

Allein die Sicherung und Reparatur des Lokschuppen-Daches würde einen so hohen Millionenbetrag kosten, dass die Stadt Marburg derzeit auch keine provisorische Sicherung des Daches plane, machte Kahle deutlich.

Im Jahr 2011 erwarb die Stadt Marburg das Kulturdenkmal Lokschuppen von der „Aurelis Real Estate GmbH“ wie auch andere Gebäude auf dem Waggonhallen-Areal. Bereits damals war auf die dringende Sanierungsbedürftigkeit des Lokschuppens hingewiesen worden „Uns war damals bewusst, dass sich das Gebäude in einem schwierigen Zustand befand“, sagte Kahle.

Hoffnungen auf Projektverwirklichungen haben sich zerschlagen

Als Treuhänder verwaltet die städtische Wohnungsbaugesellschaft Gewobau das Areal. Das städtische Ziel war die weitere Umnutzung des ehemaligen Bahn-Geländes. In dessen Umgebung werden teilweise seit einigen Jahren bereits mehrere weitere frühere Bahngebäude wie die Waggonhalle durch Kulturinitiativen und andere freie Träger genutzt. So entstand erst vor kurzem eine Kletterhalle des Deutschen Alpenvereins.

Die Hoffnungen der Stadt Marburg auf die Verwirklichung eines Projektes im Lokschuppen haben sich aber in den vergangenen Jahren bisher regelmäßig zerschlagen, gestand Kahle ein. Das habe sowohl für das Vorhaben eines „Bed & Bike“-Hotels der Jugendkonflikthilfe oder eines Freizeit- und Fitnesszentrums, aber auch für weitere mögliche Vorhaben wie die Einrichtung eines Spiele- oder Zirkusarchivs gegolten. Auch potenzielle Investoren, die den Lokschuppen in ein studentisches Wohnheim umbauen wollten, hätten sich nicht mehr gemeldet.

"Es fehlen die dafür notwendigen Investitionen"

Der Grund: „Es gibt gute soziokulturelle Konzepte und Nutzungsvorschläge, aber es fehlen die dafür notwendigen Investitionen“, machte Kahle deutlich. Denn allein die Kosten für die Sanierung seien sehr erheblich. Ausgeschlossen sei eine Co-Finanzierung möglicher Projekte im Lokschuppen durch die Stadt Marburg.

Vor diesem Hintergrund fordert Suntheim-Pichler die Stadt auf, jetzt schnellstmöglich ein Konzept für die Sicherung des Industriedenkmals Lokschuppen vorzulegen.

Für die SPD schlug Sonja Sell im Bauausschuss noch eine Erweiterung des Antrags vor, wonach auch ein städtisches Konzept für das gesamte Waggonhallenareal vorzulegen sei. Dem so geänderten Antrag schlossen sich alle Ausschussmitglieder außer Herrmann Uchtmann (Marburger Bürgerliste) an.

von Manfred Hitzeroth

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