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Lösung für Partikeltherapie in Sicht

Rhön-Klinikum AG Lösung für Partikeltherapie in Sicht

Nachdem die OP über eine mögliche Einigung über das Partikeltherapiezentrum zwischen den Konzernen Rhön und Siemens berichtete, erklärte Oberbürgermeister Egon Vaupel, dass er nun von mehreren Seiten „positive Signale“ vernehme.

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Ein Mann liegt am GSI Helmholtz-Zentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt auf einer Liege, auf der Tumorpatienten mit der Partikeltherapie behandelt wurden. Am GSI wurde das Verfahren wissenschaftlich entwickelt. Die technische Anlage kam von der Firma Siemens.

Quelle: Daniel Reinhardt / dpa

Marburg. Am Mittwoch will die Rhön Klinikum AG auf ihrer Bilanzpressekonferenz Näheres zum Partikeltherapiezentrum (PTZ) auf den Lahnbergen verkünden. Die OP hatte am Dienstag berichtet, dass eine Lösung in Sicht ist, um die bisher noch nicht in Betrieb genommene moderne Partikeltherapieanlage in Betrieb zu nehmen: Die Rhön AG würde mit der Uni-Klinik Heidelberg eine Betriebsgesellschaft gründen, um die Anlage zu betreiben.

Der OP liegt ein Schreiben vor, woraus hervorgeht, dass sich der Konzern Siemens, dem nur die Anlage gehört, und Rhön über einen Verkauf an die neue Betriebsgesellschaft namens MIT GmbH einig sind. Die Zustimmung des Aufsichtsrats stand noch aus.

Land Hessen will gegen Rhön klagen

Der Klinik-Konzern hätte als privater Betreiber der Uniklinik Gießen-Marburg die Anlage schon längst für die Behandlung von Tumoren nutzen sollen - so war es im Zuge der Privatisierung des Klinikums verhandelt worden.

Das Land Hessen will deshalb gegen die Rhön AG klagen, eine letzte Frist für eine Einigung läuft in dieser Woche ab. Das Wissenschaftsministerium erklärte am Dienstag auf Anfrage der OP: „Primäres Ziel der Landesregierung ist und bleibt die Inbetriebnahme der Partikeltherapieanlage zum Wohle der krebskranken Patienten und zur Stärkung des universitätsmedizinischen Lehr- und Forschungsstandortes Gießen und Marburg. Um dies zu erreichen, hat die Landesregierung der Rhön-Klinikum AG eine vertragliche Nachfrist bis 30. April eingeräumt. Die Verhandlungen sind innerhalb der vergangenen Wochen so weit vorangekommen, dass die Verhandlungspartner in Kürze eine Entscheidung treffen könnten.“

Oberbürgermeister Egon Vaupel sagte ebenfalls auf Anfrage der OP: „„Ich bin froh, dass ich immer deutlichere Signale sehe, dass die Verhandlungen kurz vor einem Abschluss stehen. Die positiven Signale habe ich der Zeitung entnommen, aber auch persönlich erhalten.“ Das PTZ sei für die Universitätsstadt Marburg unabdingbar, betonte er.

von Anna Ntemiris

Stichwort Partikeltherapie:

Die Besonderheit an der Marburger Partikeltherapieanlage ist, dass hier mit technisch aufwendigen Kohlenstoffionen gearbeitet wird. In der PTA bringt ein Teilchenbeschleuniger Kohlenstoffionen auf 75 Prozent der Lichtgeschwindigkeit und bündelt sie in einen präzise steuerbaren Strahl. Mit einer „Strahlenkanone“ gelangen die positiv geladenen Atomkerne in den Behandlungsraum. Die Kohlenstoffionen werden präzise auf Tumore im Körperinnern geschossen. Die Krebszellen werden zerstört, das umliegende gesunde Gewebe wird geschont. Entwickelt wurde das Verfahren mit 100 Millionen Euro Steuergeldern von der Gesellschaft für Schwerionenforschung in Darmstadt.

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Es kommt Bewegung in die Diskussion um die Partikeltherapie: Wann in Marburg Krebspatienten mittels hochmoderner Strahlentherapie behandelt werden, ist jedoch noch ungewiss.

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