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Linke kritisieren „geheime Verschlusssache“

Tram auf die Lahnberge Linke kritisieren „geheime Verschlusssache“

Für den Vorschlag, die Machbarkeit für eine Straßenbahn zu den Lahnbergen zu prüfen, deutet sich derzeit eine breite Mehrheit an.

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Eine Straßenbahn am Münchner Stachus.

Quelle: Archiv

Marburg. Die Stadtwerke hatten eine Projektskizze beim Planungsbüro IGDB in Auftrag gegeben, die den Bau einer Straßenbahnlinie für machbar hält (die OP berichtete).

Für die SPD erklärte Fraktionschef Matthias Simon, eine Lahnberge-Tram sei grundsätzlich eine mögliche und durchaus attraktive Alternative zu anderen Verkehrsmitteln, um die Innenstadt mit den Lahnbergen besser zu verbinden. Daher sei eine Prüfung wünschenswert, um dann verschiedene Systeme miteinander vergleichen zu können. „Am Ende aller Betrachtungen muss jedoch besonders die Wirtschaftlichkeit überzeugen.“

Die Anbindung der Lahnberge ist für Dr. Elke Neuwohner, Co-Fraktionsvorsitzende der Grünen, ein „zentrales Zukunftsthema“, das über den herkömmlichen ÖPNV nicht zu gewährleisten sei. Es sei deswegen richtig, die Idee näher unter die Lupe zu nehmen. „Dann muss man vergleichen und die klügste Lösung auswählen“, sagte Neuwohner. Wichtig sei, dass das Thema im Gespräch bleibe.

Roland Frese, Stadtverordneter der „Bürger für Marburg“ (BfM), erinnerte daran, dass die BfM schon 1992 gefordert hatten, eine Straßenbahn als Möglichkeit für den ÖPNV in Marburg zu prüfen.

„Wir sehen in der Straßenbahn die Möglichkeit einer leistungsstarken und schnellen Anbindung von Lahnbergen und Stadtteilen an die Kernstadt“, sagte Frese.

CDU: Seilbahnpläne sind Unfug

Eine Straßenbahn in den Hauptverkehrsadern der Stadt, zum Beispiel in der Universitätsstraße oder der Bahnhofstraße, lehnen die „Bürger“ ab. „Die Straßenbahn soll das Marburger Verkehrsnetz entlasten, nicht belasten“, sagte Frese.

CDU-Fraktionschef Wieland Stötzel, der in diesem Zusammenhang an die Seilbahnpläne des Bürgermeisters („war und sind Unfug“) erinnerte, sagte: „Eine Straßenbahn, die zwischen Hauptbahnhof und Südbahnhof über die Lahnberge geführt wird, kann eine sinnvolle und wirtschaftlichere Alternative zu der Vielzahl der Busse sein“. Auch Stötzel will nicht, dass eine Straßenbahn in der Innenstadt über die „ohnehin engen“ Straßen geführt wird. Er will stattdessen die bestehende Schienentrasse genutzt wissen, „wodurch auch eine schnelle Verbindung zwischen Norden und Süden der Stadt mit wenigen Zwischenhalten möglich wird.“

Die Marburger Linke will sich am Montag intensiv mit der Studie beschäftigen. Der verkehrspolitische Sprecher Henning Köster begrüßt, dass die „von uns im Wahlkampf erneut thematisierte Forderung nach der ernsthaften Prüfung einer Straßenbahn nunmehr offensichtlich in Angriff genommen“ werde. Er kritisiert aber, dass die Stadtwerke die Studie als „geheime Verschlusssache“ behandelt haben. „Trotz einer mehrfach belebten öffentlichen Debatte über die verkehrspolitische Notwendigkeit, dem möglichen Streckenverlauf, der Realisierbarkeit und dem Finanzierungsbedarf einer möglichen Tram der Öffentlichkeit diese wichtige Diskussionsgrundlage vorzuenthalten, ist ein starkes Stück“, sagte Köster. Erst auf Nachfrage der Marburger Linken sei die Existenz der Studie im Haupt- und Finanzausschuss bestätigt worden.

Der Geschäftsführer der Stadtwerke Norbert Schüren bestätigte, dass die Ergebnisse der Studie seit Sommer 2014 vorliegen. Die Stadtwerke hätten aber zunächste den (im Mai beschlossenen) Nahverkehrsplan abschließen wollen.

von Till Conrad

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