In einer langen Reihe stehen Windräder in einer Offshore-Anlage in der Nordsee. In Marburg wird seit Monaten kontrovers über Windkraft auf den Lahnbergen debattiert.
Marburg. Nach wie vor sind Windkraftanlagen auf Marburger Stadtgebiet, insbesondere auf den Lahnbergen, ein zentrales Konfliktthema zwischen den Marburger Koalitionspartnern von SPD und Grünen. Mitten in die Diskussionen zwischen Rot-Grün platzt nun ein Antrag der Marburger Linken (ML): Die Linke fordert, die Vorplanungen für Windkraftanlagen zügig voranzutreiben und gleichzeitig zusammen mit der Sparkasse Marburg-Biedenkopf und den Stadtwerken Marburg Beteiligungsmodelle für heimische Kapitalgeber zu entwickeln.
Geprüft werden soll auch ein Bürgerfonds zur Finanzierung von Windkraftanlagen sowie „ob und wie Überschüsse“ aus dem kommunalen Haushalt in Windkraftanlagen investiert werden können. Die Linke will außerdem prüfen lassen, ob eine „interkommunale Zusammenarbeit“ in Sachen Windenergie im Landkreis zweckdienlich ist. Gleichzeitig soll nach Wunsch der ML eine Informationskampagne gestartet werden, um „die Akzeptanz der Bevölkerung von Windkraft auf dem Stadtgebiet deutlich zu verbessern“. Dabei sollten die Auswirkungen auf Arbeitsplätze, Strompreise und die Gewerbesteuereinnahmen der Stadt in den Vordergrund gestellt werden.
Reaktionen von Marburger Bürgern hätten gezeigt, „dass einige Menschen deutliche Vorbehalte“ gegen die Anlagen hätten.In der Begründung heißt es weiter: „Sicherlich werden nicht alle Menschen ihre Vorbehalte aufgeben, aber eine große Mehrheit sollte dafür gewonnen werden können, einen weiteren Schritt in Richtung Unabhängigkeit von fossilen und atomaren Energiequellen zu gehen.“ Der Fraktionsvorsitzende der Marburger Grünen, Dietmar Göttling, ist überrascht: „Ich frage mich, aus welchem grünen Programm die das abgeschrieben haben.“ In der „Grundausrichtung“ sei der Antrag völlig korrekt. Auch einen Bürgerfonds begrüßte Göttling. Allerdings müsse man das Verfahren nicht beschleunigen, es gehe seinen Gang.
von Uwe Badouin
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