Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Linke fordern Gutachten zu Versorgungszentren

Sozialausschuss Linke fordern Gutachten zu Versorgungszentren

Die Linke hat ein Gutachten beantragt, das die Machbarkeit zweier medizinischer Versorgungszentren im Landkreis prüft. SPD und CDU entschärften diesen Antrag und erweiterten ihn.

Voriger Artikel
Wozu noch Landkreise?
Nächster Artikel
Neue Ideen fürs Nordviertel

In ländlichen Regionen droht schon bald ein Ärztemangel, weil viele Landärzte kurz vor dem Rentenalter stehen.

Quelle: Patrick Pleul

Marburg. Dr. Ingeborg Cernaj (Die Linke) drückte in der Sitzung des Ausschusses für Familie, Jugend, Soziales, Arbeit und Gesundheit die Sorgen ihrer Fraktion über die ärztliche Versorgung im Landkreis aus.

Das geplante Ärztezentrum auf den Lahnbergen sei sicher attraktiv. Dort sollen 20 bis 30 Arztpraxen errichtet und vermietet werden (die OP berichtete). Den Ärzten soll in diesem Zentrum auch die Mitnutzung medizinischer Geräte ermöglicht werden. „Es ist jedoch wichtig, dass die niedergelassenen Ärzte unabhängig vom Klinikum sind, sie sollen ein Korrektiv darstellen und den Patienten eine unabhängige zweite Meinung bieten können“, erklärte Cernaj den Antrag ihrer Fraktion. Im Ärztezentrum auf den Lahnbergen sehen die Linken ebendiese Unabhängigkeit gefährdet. Deshalb fordern sie den Kreisausschuss auf, „unverzüglich eine Machbarkeitsstudie zur Errichtung zweier medizinischer Versorgungszentren im Landkreis (je eines im Ostkreis und im Hinterland) an einen unabhängigen Gutachter in Auftrag zu geben“. So heißt es dazu in dem Antrag, den in dieser Woche die Ausschüsse behandelten und der am Freitag im Kreistag zur Diskussion steht.

Öffentliche Anhörung mit Vertretern aus Büsum

Die große Koalition hat einen gemeinsamen Änderungsantrag im Ausschuss vorgelegt. Werner Waßmuth (CDU) sorgt sich ebenso, „dass die Versorgung auf dem flachen Land ausgedünnt wird“. Allerdings spricht er sich für eine ordentliche Prüfung der Möglichkeiten aus, um dann zu entscheiden, was zusätzlich auf kommunaler Ebene geleistet werden kann. Deshalb sieht der Änderungsantrag zunächst eine Prüfung und einen Bericht im Kreistag vor. Zudem soll laut Antrag eine öffentliche Anhörung mit Vertretern eines Ärztezentrums aus Büsum stattfinden.

„Ich bin positiv überrascht über den Änderungsantrag, der nicht gleich Ablehnung zeigt“, sagte Cernaj, betonte allerdings, der vorgeschlagene Prozess könne Jahre dauern, und es bestehe Zeitdruck. Weil Cernaj noch Rücksprachebedarf mit der Fraktion sah, gab es keine Abstimmung zum Antrag.

Indes stimmte der Hauptausschuss dem Änderungsantrag der großen Koalition zu - ohne Diskussion über dieses Thema, denn die Linke war nicht vertreten.

Die Grünen stellen für den Kreistag den Antrag, den Aktionsplan des Kreisausschusses zur Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen in der Kreisverwaltung bis Ende des Jahres fortzuschreiben, da dies bisher noch nicht geschehen sei.

Grüne wollen Aktionsplan weiterschreiben lassen

„Ein Aktionsplan ist nur so gut wie die Aktivität, die daraus folgt. Der Plan hat es verdient, weitergeschrieben zu werden, und zwar unter Beteiligung der Bürger“, erklärte Sabine Schlegel (Grüne) im Sozialausschuss. Waßmuth schlug vor, damit zu warten, bis der Behindertenbeirat installiert sei und einbezogen werden könne.

Die Grünen entgegneten, dies spreche nicht gegen ihren Antrag, weil selbst dann immer noch genügend Zeit bis Ende des Jahres sei. Die Ausschussmitglieder wurden sich nicht einig und stimmten auch zu diesem Tagesordnungspunkt nicht ab.

von Philipp Lauer

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr