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Linguist erhält Forschungsprofessur

Sprachforschung Linguist erhält Forschungsprofessur

Der Marburger Sprachwissenschaftler Roland ­Kehrein tritt ab dem Sommersemester die von der Mainzer Akademie in Marburg eingerichtete Forschungsprofessur an.

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Professor Roland Kehrein vom Deutschen Sprachatlas zeigt die Deutschlandkarte, auf der die Erhebungsorte für das Projekt „Regionalsprache.de“ markiert sind. Foto: Manfred Hitzeroth

Marburg. Bereits seit 2008 arbeitet der 42-jährige Sprachwissenschaftler im Projekt„Regionalsprache.de“ am Marburger Forschungszentrum „Deutscher Sprachatlas“ mit, das von der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur mit insgesamt 15 Millionen Euro finanziert. Mit der nun erfolgten Ernennung zum Professor steigt Kehrein auch in die Leitungsebene des von den beiden Professoren Joachim Herrgen und Jürgen E. Schmidt geleiteten Projekts auf. Die Mainzer Akademie bezahlt die Forschungsprofessur bis zum vertraglich festgelegten Projektende im Jahr 2026. Für die Zeit danach hat sich die Philipps-Universität verpflichtet, die Professur weiterzufinanzieren. Zudem finanziert die Uni für Kehreins Professur eine Halbtags­sstelle für einen wissenschaftlichen Mitarbeiter.

Kehrein hat vor allem die Aufgabe, das Projekt „Regionalsprache.de“ maßgeblich mit zu betreuen. Dabei geht es darum, systematisch möglichst umfassend die regionalen Unterschiede des Sprechens in ganz Deutschland zu dokumentieren, erläuterte Kehrein im Gespräch mit der OP.

Unter anderem haben die Marburger Forscher in den vergangenen Jahren bei ihren Erhebungen eine vermehrte Ausprägung des „Regiolekts“, einer Mischform von Dialekt und Hochsprache, beobachtet.

Wie genau dieser Regiolekt von den Menschen im Alltag verwendet wird, das soll in einer groß angelegten deutschlandweiten Erhebung ermittelt werden, die von den Marburger Sprachwissenschaftlern betreut wird. „Wieviel Dialekt wird noch gesprochen im Vergleich zu den früheren Erhebungen“: Das ist eine weitere Frage, die die Forscher klären wollen.

In dieser Hinsicht hat Kehrein mit seiner 2011 veröffentlichten Habilitationsarbeit Pionierarbeit geleistet.

Das Projekt „Regionalsprache.de“ läuft bereits seit 2008. Dabei wurde das Sprachverhalten von 600 Sprechern in 150 Orten - von Flensburg bis Garmisch und von Aachen bis Frankfurt an der Oder - von Interviewern aus dem Sprachatlas aufgenommen. Ausgehend von den erhobenen Daten planen die Marburger Forscher den Aufbau eines Informationssystems Sprachgeographie: In einer Internet-Plattform sollen alle bisher in Deutschland erhobenen regionalsprachlichen Daten integriert werden. Noch hat die von Kehrein geleitete Arbeitsgruppe zwischenzeitlich ihren Sitz im Gebäude der ehemaligen Kinderklinik. Doch nach dem Neubau wird sie mit allen anderen Sprachatlas-Forschern in den Sprachatlas-Neubau auf dem Brauereiareal einziehen.

von Manfred Hitzeroth

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