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„Liebe Schule, schaff‘ Hausaufgaben ab“

100 Jahre Grundschule Marburg „Liebe Schule, schaff‘ Hausaufgaben ab“

„Der Teufel ist hier los und das seit hundert Jahren, die Kinder wurden mehr, sie kamen in großen Scharen!“ Die Schülerinnen und Schüler des Marbacher Grundschulchors brachten es mit diesen Zeilen auf den Punkt.

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„Liebe Schule, wir lieben deinen Fußballplatz, deine Pausen und die Hula-Hoop-Reifen!“ So fassten die Schülerinnen der vierten Klasse ihre Erfahrung mit der Grundschule Marbach zusammen.

Quelle: Marcus Hergenhan

Marbach. Ihre Schule wurde volle 100 Jahre alt und das wurde natürlich gebührend gefeiert. Schulleiterin Beate Wagner-Nowicki erinnerte in ihrer Eröffnungsrede an die Geschichte der Schule: „Als unsere Einrichtung 1915 eröffnet wurde, da war sie noch eine kleine Volksschule. Seit Ende der 60er Jahre erst ist sie eine reine Grundschule, trotzdem haben wir uns immer vergrößert und die Räumlichkeiten ausgebaut.“

Damit dieser Trend fortgesetzt werden kann, wurden für das Haushaltsjahr 2016 rund 50000 Euro für Planungskosten berücksichtigt. Gastrednerin und Stadträtin Dr. Kerstin Weinbach (SPD) ergänzte: „Mittlerweile ist diese Schule als Gesundheitsschule zertifiziert und bietet dienstags, mittwochs und donnerstags ein Nachmittagsprogramm an und eben das soll noch weiter ausgebaut werden.“ Des Weiteren bedankten sich die Stadträtin gemeinsam mit Schulamtsdirektorin Jutta Wagner für das außerordentliche Engagement der Lehrerinnen und Lehrer, das die bisherigen Nachmittagsangebote ermöglicht hatte.

In den vergangenen Jahren hatte es bereits eine Reihe von Ausbauten gegeben, das Fachwerkhaus war saniert worden, dazu gab es neue Klassenräume und die große Pausenhalle. Insgesamt hatten diese Projekte acht Millionen Euro gekostet. „Dieses Geld war gut angelegt, weil es die Rahmenbedingungen für eine hervorragende Arbeit an der Schule geschaffen hat“, sagte Weinbach.

Bei den Grußworten steuerte Pfarrer Oliver Henke anschließend ein Zitat zum Streitthema der scheinbar beständig fauler werdenden Generationen bei: „Schüler zu unterrichten ist so undankbar, wie ein Kamel Tanzen oder einen Esel Flöte spielen zu lehren“, las Henke vor. Diese Zeilen stammen vom großen Theologen Philipp Melanch-thon aus dem Jahr 1533. „Früher mögen die Regeln und Disziplinarmaßnahmen strenger gewesen sein, aber eigentlich ist es doch nach wie vor so, dass Kinder gerne lernen und es eine sehr erfüllende Aufgabe ist, gerade die Kleinsten bei ihrer Wissenssuche anzuleiten“, sagte Henke.

Nach den Grußworten führten die Kinder abschließend eine Cheerleader-Show auf, wobei sie ihre Wünsche und Erfahrungen schilderten. Einer der größten Wünsche der bald abgehenden Viertklässler dürfte sich aber mit Blick auf die weiterführenden Schulen eher nicht erfüllen: „Und liebe Schule, schaff‘ doch jetzt endlich die Hausaufgaben ab!“

von Marcus Hergenhan

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