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Lichtermeer erhellt Kirche

Osternacht Lichtermeer erhellt Kirche

Außergewöhnliche Atmosphäre in der Elisabethkirche: 500 Christen kamen in der Nacht zu Sonntag in die Kirche, um in einer liturgischen Feier die frohe Botschaft des Osterfestes zu betonen.

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500 Besucher kamen zur Osternacht in die Elisabethkirche.

Quelle: Florian Gaertner

Marburg. In der Nacht vom Karsamstag auf Ostersonntag versammelten sich rund 500 gläubige Christen im Hauptschiff der Elisabethkirche. Der Weg hinein gestalte sich anfangs jedoch etwas schwieriger, da völlige Dunkelheit die komplette Sicht verhüllte. „Der Mensch als Suchender“, so beschrieb der Pfarrer später, entsprach somit genau der Sitzplatzsuche vor Veranstaltungsbeginn. Während der Geschichte Noahs, seiner Arche und einer 40-tägigen Flut, begleitet von zwischenzeitlichen Choralgesängen, warteten die Teilnehmer gebannt auf die Entzündung des Osterlichtes. „Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht“, tönte es alsbald von den Lautsprechern. Dann war es endlich soweit, mit langsamen Schritten näherten sich Pfarrer und Ministranten dem Altar. In den Händen die entzündeten Kerzen mit Osterlicht, begleitet von einsetzenden Bittgesängen. Von der Osterkerze aus, wurde das Licht später an alle Besucher weitergegeben, die vor Beginn jeweils eine kleine Handkerze erhielten. Wie ein Lichtermeer aus funkelnden Sternen, reflektiert von den Sandsteinsäulen des Sakralbaus, durchbrach die Dunkelheit und schuf so eine mystische Atmosphäre.

Taufe in der Osternacht

„Fürchtet euch nicht“, hieß es im Leitspruch des zweiten Buch Mose, erklärte Pfarrer Ralf Hartmann und erzählte die Geschichte vom Auszug der Israeliten aus Ägypten. Es folgte das Taufgedächtnis in einer weiteren Lesung sowie die Taufe eines Jugendlichen, der in Begleitung von Taufpaten und Eltern eine ganz außergewöhnliche Feier erleben durfte. Vor der Predigt stimmten Frauen und Männer in einem wechselseitigen Kanon, unterstützt vom donnernden Orgelspiel, anschließend den Osterruf an.

Osternacht in der Elisabethkirche Marburg, 04.04.2015. Foto: Florian Gaertner

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„Christus ist am Auferstandensten“, rief der Pfarrer in die Menge und betonte dabei nicht nur die Osterbotschaft, sondern hinterfragte, wozu der Mensch in seinem Handeln überhaupt fähig ist. „Wie sich die Kirche heute erhellt hat, so soll sich auch euer Leben erhellen“, sagte Dietrich. An das schallende Halleluja der Gemeindemitglieder folgte später das Wandelabendmahl, welches einige Zeit aufgrund der vielen Besucher in Anspruch nahm. Mit Segenssprüchen endete die Osternacht schließlich vor dem prasselnden Osterfeuer am Kirchenportal mit Punsch, Osterbrot und geselligen Gesprächen.  „Es war total harmonisch heute Abend. Ich bin katholisch und zum ersten Mal hier, doch das Ambiente hat mich einfach fasziniert“, so beschrieb Besucherin Verena Clausen ihre Eindrücke.

von Arnd Hartmann

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