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Leuchtfeuer für Sozial-Promi Ulrich Schneider

Ehrung Leuchtfeuer für Sozial-Promi Ulrich Schneider

Das 10. "Marburger Leuchtfeuer" der Humanistischen Union Marburg ist am Sonntag an den Hauptgeschäftsführer des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbands, verliehen worden.

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Dr. Ulrich Schneider (links) ist der 10. Preisträger des Marburger Leuchtfeuers, einige Vorgänger gratulierten ihm.

Quelle: Björn Wisker

Marburg. „Wo andere in vergleichbarer Position geschwiegen haben, um ungestört Karriere zu machen, haben Sie viele Male öffentlich Stellung genommen zugunsten jener, die unter Armut leiden“, sagt Jürgen Neitzel, Jury-Sprecher der Humanistische Union (HU) in der Preis-begründung. Nicht Schneiders Beruf, sondern seine Persönlichkeit würden mit dem Leuchtfeuer geehrt. Der 53-Jährige trete „als einer der wenigen Prominenten aufrecht gegen den neoliberalen Mainstream“ an.

Die HU schätze ihn als „scharfzüngigen Kritiker und unermüdlichen Mahner“, der gegen ein „verzerrtes Menschenbild“ antrete - etwa jenes, dass Hartz-IV-Empfänger „Arbeitsscheue, Säufer und Schnorrer“ seien.

Der couragierte, beharrliche Kampf gegen Armut und für Respekt und Menschenwürde sei Schneiders Verdienst. „Klare Haltung, klare Worte: Sie sind das dringende Korrektiv in der Gesellschaft“, sagte Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD). Die Maßgabe, dass niemand - schon gar nicht Kinder - abgehängt werden dürfen, zeichne den gebürtigen Oberhausener aus.

"Oberster Lobyist der Armen"

Laudator Jens Bertrams lobt Schneider als „Verfechter der Gleichheit aller Menschen.“ Dass Deutschland ein reiches Land sei, mache die Definition von Armut, gegen die Schneider und der Paritätische Wohlfahrtsverband kämpften, schwer. „Sie sagten mal, man müsse sich von Armut berühren lassen, um diese zu verstehen. Als oberster Lobbyist der Armen kämpfen Sie gegen Borniertheit“, sagt Bertrams. Armut, das spiegele Schneiders Lebenslauf wieder, sei nichts, dass er „nur zornig verdammt“, er zeige „mit wachem Sinn Lösungen auf.“ Dabei vergesse der promovierte Erziehungswissenschaftler auch nicht Minderheiten wie etwa Behinderte. Diese stießen Bertrams zufolge im Berufsleben auf „eine Mauer des Misstrauens und Herablassung“, doch Schneider vertrete die Belange dieser Bevölkerungsgruppe ebenso vehement wie alle anderen soziale Anliegen.

Das Marburger Leuchtfeuer, ergänzt Vaupel, habe sich als „eine Orientierungsmarke in Dunkelheit“ etabliert.

von Björn Wisker

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