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"Leuchtfeuer" für Hartz-IV-Rebellin

Auszeichnung "Leuchtfeuer" für Hartz-IV-Rebellin

Inge Hannemann erhält das Marburger Leuchtfeuer 2015.

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Inge Hannemann.

Quelle: Peter Wendt

Marburg. Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) wird der „Hamburger Hartz-IV-Rebellin“ die undotierte Auszeichnung am Freitag, 8. Mai, im Historischen Saal des Marburger Rathauses überreichen. Die Laudatio hält Professor Stefan Selke von der Hochschule Furtwangen, teilt die städtische Pressestelle mit.

Breitere Bekanntheit erreichte Hannemann wegen ihrer Weigerung, Bezieher von Hartz IV nach geringfügigen Regelverstößen mit Leistungseinschränkungen zu belegen. Die Mitarbeiterin eines Hamburger Jobcenters berief sich dabei auf den Ermessensspielraum des Gesetzes und den verfassungsmäßigen Grundsatz der Verhältnismäßigkeit. Die Androhung von Sanktionen könne nur das letzte Mittel sein, um Leistungsbezieher zur Einhaltung vorgegebener Regeln zu bewegen.

Für ihre Weigerung hat die Verwaltungsmitarbeiterin erhebliche berufliche und persönliche Nachteile in Kauf genommen. In ihrem Verhalten sieht die siebenköpfige Jury „ein mutiges Zeichen persönlichen Engagements für die sozialen Bürgerrechte gesellschaftlich benachteiligter Menschen“. Als Whistleblowerin zeige sie der Gesellschaft „eines sozialen Rechtsstaats unwürdige Auswüchse der Hartz-Praxis“ auf.

Die Laudatio auf Hannemann wird der Prodekan der Fakultät „Gesundheit, Sicherheit, Gesellschaft“ der Hochschule Furtwangen halten. Am Vorabend der Preisverleihung wird Selke im Käte-Dinnebier-Saal des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) an der Bahnhofstraße unter dem Titel „Lifelogging und das Leben mit der digitalen Aura“ Streifzüge durch die Welt der digitalen Selbstvermessung unternehmen.

Hannemann ist bereits die elfte Preisträgerin des „Marburger Leuchtfeuers für soziale Bürgerrechte“. Seit 2005 würdigt die Humanistische Union (HU) mit Unterstützung der Universitätsstadt Marburg herausragende Verdienste um soziale Bürgerrechte.

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