Volltextsuche über das Angebot:

26 ° / 15 ° wolkig

Navigation:
Lernen über das Land

Gaststudenten Lernen über das Land

Bei der Internationalen Sommer-Universität (ISU) der Philipps-Universität steht die Begegnung zwischen Studenten aus allen Ecken der Welt im Mittelpunkt.

Voriger Artikel
Die Frage ist nicht ob, sondern wie lange
Nächster Artikel
Neue Familien-Zimmer in Therapie-WG

Vier Wochen Seminare, Kurse und Ausflüge: 60 Studenten nehmen an der Internationalen Sommeruniversität in Marburg teil.

Quelle: Benjamin Kaiser

Marburg. Dr. Johannes Becker, Geschäftsführer des Zentrums für Friedens- und Konfliktforschung an der Philipps-Uni, ist von der Attraktivität Marburgs für ausländische Studenten überzeugt. „Vergessen Sie New York, Tokio oder London, Marburg ist Muss“, sagte Becker bei der Eröffnungsfeier der ISU im Studentendorf. Die 60 Studenten aus 22 Ländern, die dieses Jahr an der ISU teilnehmen, schmunzelten über diese Sätze.

Die Studenten, die vor allem von Partneruniversitäten in Amerika, Afrika und Asien stammen, werden den Großteil der kommenden vier Wochen in der Stadt verbringen. Neben Lehrveranstaltungen, die hauptsächlich von Dozenten der Uni gehalten werden und insbesondere den Mittleren Osten als Kultur- und Wirtschaftsraum thematisieren, stehen auch Ausflüge auf dem Programm - unter anderem in die französische Stadt Straßburg und ins Konzentrationslager Natzweiler. „Unsere Gäste sollen ja schließlich mehr kennenlernen als die Vorlesungsräume der Uni“, sagte Dr. Leslie Tramontini, Geschäftsführerin des Centrums für Nah- und Mitteloststudien.

„Ein wichtiges Ziel ist natürlich die Förderung der Deutschkenntnisse unserer Gäste“, erklärt Becker. So zählen zu den Lehrveranstaltungen auch tägliche Deutschkurse.

Ein Dialog der Kulturen

Mit zur Gruppe gehören vier deutsche Studenten, die den Gaststudierenden beim Deutschsprechen außerhalb der Kurse helfen sollen. Einer der Lernwilligen: der 21-jährige Carlos aus Mexiko-Stadt, Mexikos Hauptstadt mit rund 22 Millionen Einwohnern. „Ich kann kaum Deutsch, aber ich will es unbedingt lernen, weil mich Deutschland interessiert, und weil es mir bestimmt bei meiner beruflichen Zukunft hilft“, sagte er im Gespräch mit der OP.

Dass Marburg im Vergleich zu seiner Heimatstadt so klein ist, störte ihn nicht: „Es scheint hier ruhig und gechillt zu sein. Vor allem ist der Verkehr nicht so ein Albtraum wie zuhause.“

Dabei beherrschen einige Teilnehmer die deutsche Sprache bereits. Unter anderem Silica aus den USA, die seit der vierten Klasse Deutsch lernt. „Ich wollte unbedingt nach Deutschland, weil ich mich in meinem Studium auf den Einfluss türkischer Einwanderer auf Deutschland fokussieren möchte“, sagte Silica. Hyemin aus Südkorea fügte hinzu: „Wann hat man mal die Gelegenheit ein so fernes Land zu besuchen und dabei auch noch Studenten aus allen Ecken der Welt zu treffen?“

Dies ist auch für Becker das Herzstück. Er erinnert sich an die ISU im vergangenen Jahr, als Studenten aus Palästina und Israel in Marburg zu Besuch waren. Laut Becker hätten sich die Studenten aus den verfeindeten Ländern während der vier Wochen näher kennengelernt: „Es war großartig zu sehen, wie sich Studenten aus zwei verfeindeten Ländern hier begegnen, sich näher kennenlernen und Vorurteile ausräumen. Wenn unsere ISU beim internationalen Dialog helfen kann, lohnt sie sich umso mehr.“

von Benjamin Kaiser

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr