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Lernen in der Nacht für guten Zweck

Studieren ohne Grenzen Lernen in der Nacht für guten Zweck

Tschetschenischen und Marburger Studenten gleichzeitig helfen? Die Studentenorganisation „Studieren ohne Grenzen“ hat im Zentrum für Konfliktforschung eine Benefiz-Nacht des Lernens veranstaltet.

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Annika Schaefner (von links) lernt für ihre Psychologie-Klausur, Jonas Pfäffinger schreibt an seiner Bachelorarbeit in Geschichte und Christian Platz an seiner Masterarbeit in Geografie.

Quelle: Lisa-Martina Klein

Marburg. Wenn das Semester endet, beginnt für viele Studenten erst die richtige Arbeit: Die Hausarbeiten stehen an, meist sogar mehrere pro Semesterferien. Oft ist der Anfang das Schwerste.

Um da auf die Sprünge zu helfen, und um gleichzeitig Geld für die Organisation „Studieren ohne Grenzen“ (SOG) zu sammeln (siehe Hintergrundkasten), organisierten die acht Studenten des Marburger Ablegers der SOG eine „Lange Nacht der Hausarbeiten“. Rund 30 Studenten folgten dem Aufruf und kamen mit Laptops und Büchern in die Ketzerbach. Zwischen 20 und 6 Uhr arbeiteten sie an Hausarbeiten oder bereiteten sich auf anstehende Prüfungen vor.

Mit Seminaren zu den Themen „Wissenschaftliches Arbeiten“, „Richtiges Zitieren“ und eine Runde Yoga zur Auflockerung um 2 Uhr morgens sowie belegten Brötchen und Getränken unterstützte die SOG die Studenten.
„Studenten helfen Studenten beim Studieren, das ist unser Motto“, sagt Mit-Organisator Jacob Loring. Gemeint wären damit aber nicht nur Marburger Studenten, sondern Studenten weltweit wie zum Beispiel in Afghanistan, dem Kongo, Sri Lanka oder Tschetschenien, ergänzt Guillaume De Perlinghi.­ „Eigentlich war das Ganze als Spendenmarathon geplant, für jede Stunde, die ein Student in dieser Nacht lernt, spenden ­Unternehmen Geld.

„Wir haben insgesamt nur gute Rückmeldungen“

Viele Unternehmen spendeten aber lieber einen Festbetrag an die SOG“, erzählt Annett Hellwig, die wie De Perlinghi Friedens- und Konfliktforschung studiert. 325 Euro kamen so zusammen. Das Geld kommt vorrangig dem Projekt „Books for Grozny“ zugute.

Bei den Studenten kommt die Aktion gut an. „Wir haben insgesamt nur gute Rückmeldungen bekommen“, sagt Thomas Mecha. Vor allem die ruhige Arbeitsatmosphäre hätten viele sehr geschätzt.

So kamen Regine Bosch und Frauke Binnemann zusammen, um Hausarbeiten zu schreiben. „Uns gefällt, dass wir hier die Pflicht mit dem Sozialen verbinden können“, sagt Binnemann. „Und obwohl wir beide Morgenmenschen sind, läuft es ganz gut.“

Ähnlich sehen das auch die beiden Studenten Jonas Pfäffinger und Christian Platz. Pfäffinger schreibt an seiner Bachelorarbeit in Geschichte, Platz recherchiert für seine Masterarbeit in Geografie. Pfäffinger sagt: „Ich schätze die Arbeit von SOG und unterstütze sie dabei gerne“.

von Lisa-Martina Klein

  • Die Lokalgruppe Marburg trifft sich jeden Mittwochabend ab 18 Uhr im Fachschaftsraum in der Ketzerbach 11 (Zentrum für Konfliktforschung). Interessierte sind willkommen. Infos unter www.studieren-ohne-grenzen.org/lokalgruppen und per E-Mail an marburg@studieren-ohne-grenzen.org
  • Hintergrund: „Studieren ohne Grenzen“ (SOG) ist ein Ableger der französischen Organisation „Etudes Sans Frontières“ und wurde 2006 von Studenten an den Universitäten Konstanz und Tübingen ins Leben gerufen. Deutschlandweit gibt es 17 Lokalgruppen. Im April 2013 gründete Thomas Meche die Lokalgruppe Marburg. Rund acht Mitglieder organisieren regelmäßig Spendenaktionen. Mit den Spenden, Mitgliedsbeiträgen und Einnahmen aus sonstigen Veranstaltungen wie Partys und Poetry Slams unterstützen die Organisationen gemeinsam verschiedene Projekte weltweit. Die noch junge Lokalgruppe Marburg unter der Leitung von Guillaume De Perlinghi unterstützt vor allem das schon bestehende Projekt „Books for Grozny“. Mit den Spendengeldern wird teure Fachliteratur für die Universität in Grozny in Tschetschenien gekauft. Die Gruppe plant auch, einen Computerraum an der dortigen Universität einzurichten.
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