Volltextsuche über das Angebot:

22 ° / 12 ° wolkig

Navigation:
Leinweber setzt auf "Prinzip Vertrauen"

Neuer Schulleiter an der Adolf-Reichwein-Schule Leinweber setzt auf "Prinzip Vertrauen"

„Der Neue ist da“ steht auf der Tafel - gemeint ist Holger Leinweber. Der 48-Jährige ist neuer Schulleiter an der Adolf-Reichwein-Schule.

Voriger Artikel
Kreide-Kunstwerk als Andenken
Nächster Artikel
Marburgs Haushalt ist genehmigt

Bernhard Drude vom Staatlichen Schulamt Marburg (links) führte Holger Leinweber in sein Amt ein.

Quelle: Andreas Schmidt

Marburg. Seit Ende Januar war der Posten des Schulleiters vakant. Damals hatte Norbert Herlein die Schule verlassen - und das nicht freiwillig. Denn der 65-Jährige wollte eigentlich länger arbeiten, hatte sogar vor dem Verwaltungsgericht in Gießen geklagt - und in erster Ins-tanz verloren. Herlein hatte sich entschlossen, das Urteil zu akzeptieren und nicht in die nächste Instanz zu gehen.

Nun tritt Holger Leinweber in Herleins Fußstapfen und will die ARS mit rund 1800 Schülern und einem 110 Köpfe starken Lehrerkollegium führen.

Leinweber ist 48 Jahre alt und Vater von drei Töchtern. „Da wird es nicht langweilig, wenn ich aus der Schule nach Hause komme“, scherzt er.

Zunächst war Leinweber Informationselektroniker, es folgte ein Diplomstudium der Elektrotechnik, nachdem er als Ingenieur in einem mittelständischen Unternehmen des Maschinenbaus tätig war. „Ich begann ein weiteres Studium für Lehramt an den Beruflichen Schulen in Darmstadt in den Fächern Elektrotechnik und Evangelische Religion. Das war beruflich meine beste Entscheidung“, sagt Leinweber.

Nach dem Referendariat an einer Beruflichen Schule in Darmstadt arbeitete Leinweber zunächst sechs Jahre an den Beruflichen Schulen Biedenkopf. Parallel dazu hatte er eine Abordnung an das Staatliche Schulamt für die Bereiche Evaluation von Unterricht und Schulprogrammarbeit. „Danach war ich fast zehn Jahre als Abteilungsleiter an den Beruflichen Schulen Kirchhain“, erläutert der neue Schulleiter. Dort arbeitete Leinweber seit vergangenem Sommer auch als stellvertretender Schulleiter, da in Kirchhain Ingo Herde in den Ruhestand gegangen war (die OP berichtete).

Schulleiter möchte Dinge „gemeinsam durchdringen“

„Dieser Umstand macht im Moment die Abnabelung von Kirchhain nicht ganz einfach“, so Leinweber. Doch mit Beginn der Osterferien reduziere sich seine Präsenz in Kirchhain auf einen Tag, „so dass ich dann von Dienstag bis Freitag hier im Hause bin“, verdeutlicht Leinweber.

Bei seinem Kollegium warb er für Verständnis, dass er Zeit benötige, um die Abläufe zu verstehen. „Vielleicht ist es sogar gut, nicht gleich alles zu verstehen. Das ermöglicht, die Dinge gemeinsam zu durchdringen“, so Leinweber. Er wünsche sich, dass ein konstruktives Miteinander in der ganzen Schulgemeinde spürbar werde. „Hierfür ist aus meiner Sicht das Prinzip Vertrauen angesagt. Das funktioniert am besten, wenn alle Beteiligten einen Vertrauensvorschuss erbringen“, ist sich Leinweber sicher. Darüber hinaus wünsche er sich, „dass unser pädagogisches Wirken eine gemeinsame Gestaltungsaufgabe wird“.

Bernhard Drude vom Staatlichen Schulamt Marburg führte Leinweber in sein Amt ein. Er sei davon überzeugt, „dass mit Holger Leinweber ein versierter Pädagoge mit großer und vor allem langjähriger Erfahrung die Leitung der Schule übernimmt“.

Prozesse initiieren und Stärken ausbauen

Die ARS berge viele Schätze, „wobei der größte Schatz ein Kollegium ist, das sich durch viele Stärken und eine hohe individuelle Kompetenz der Lehrkräfte auszeichnet“.

Aufgabe einer Schulleitung sei es, Prozesse zu initiieren oder „besser noch vorhandene zu stützen die es erlauben, individuelle Stärken, Kompetenzen und Leistungen zusammenzuführen“, so Drude. Neben einer soliden Basis bräuchten gute Schulen Führungspersonen, die sich „offen und lernend auf die Schulgemeinde einlassen, das Miteinander pflegen und andere dazu einladen, die ihnen Mut machen, Schule mitzugestalten und mitzuentwickeln“.

Leinweber übernähme eine Schule „mit vielen offensichtlichen und manchen noch verborgenen Schätzen. Betätigen Sie sich also bei allen am Schulleben Beteiligten als Schatzsucher, und wenn Sie dann noch Führung stets auch als Zusammenführung verstehen, steht einer sehr guten Entwicklung nichts mehr im Wege“. Drude sei überzeugt, dass Leinweber alles habe, „was einen guten Schulleiter ausmacht“ und alle Voraussetzungen mitbringe „für eine ertragreiche Zusammenarbeit mit allen Beteiligten“.

von Andreas Schmidt

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Marburg

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr