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Leihopa gesucht

Opa und Oma auf Zeit Leihopa gesucht

Wenn Oma und Opa zu Besuch kommen, freuen sich die Enkelkinder. Doch was, wenn es diese gar nicht gibt oder sie zu weit weg wohnen? Dann hilft das Projekt Wahlgroßeltern und Wunschenkel.

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„Wahlopa“ Thomas Komm (von links) Familienvater Michael Groll und „Wahloma“ Gisela Komm sind begeisterte Teilnehmer des Projekts.Foto: Ina Tannert

Marburg. Sie sind nicht miteinander verwandt, sie kennen sich erst seit diesem Jahr, und haben doch eine herzliche, familiäre Beziehung zueinander. Sie unternehmen Ausflüge, passen auf die Kinder auf, sind da, wenn es mal wieder stressig im Familienalltag wird, und genießen die Zeit mit ihren Wunschenkeln.

Die Rede ist von den Wahlgroßeltern Gisela und Thomas Komm. Sie nehmen an dem Projekt „Wahlgroßeltern und Wunschenkel“ der evangelischen Familienbildungsstätte Marburg (fbs) teil.

Dieses richtete sich an Familien und Senioren, die sich für andere engagieren möchten, ganz nach dem Projektmotto „Miteinander und Füreinander“. Viele Menschen im Großelternalter haben keine Enkelkinder beziehungsweise leben diese nicht in der Nähe.

Auf der anderen Seite fehlen häufig Familien, gerade mit kleinen Kindern, die Großeltern, die Zeit haben, auch mal ein paar Aufgaben übernehmen und sich mit einbringen.

Diese Bedürfnisse beider Seiten verbindet das Projekt, knüpft Kontakte und führt Wahlgroßeltern und Wunschenkel/-familien zusammen.

Die Nachfrage seitens der Familien ist groß, jedoch fehlt das Angebot, freiwillige Wahlgroßeltern, die bereit sind mitzumachen, erklärt Pädagogin und Familienbegleiterin Sabine Rother-Holste von der fbs. Auf eines der vier Großelternpaare, die im Moment an dem Projekt teil nehmen, kommen bis zu zwölf Anfragen an die Familienbildungsstätte.

Reibungspunkte werdenim Vorfeld geklärt

Das Ehepaar Komm hat selber keine eigenen Enkel und versteht sich mit der Wunschfamilie hervorragend. „Die Chemie stimmte einfach von Anfang an. Alle bekommen das, was sie sich wünschen“, sind sich beide einig. Seit mehreren Monaten haben sie nun Kontakt zu ihrer Partnerfamilie, treffen sich etwa zweimal in der Woche. Mutter Verena Klappstein und Vater Michael Groll mit dem dreijährigen Sohn und der vier Monate alten Tochter sind froh über die Wahlgroßeltern, sehen in ihnen fast schon Familienmitglieder.

Das Ehepaar Komm verbringt regelmäßig Zeit mit der Familie, holt ihren Wunschenkel auch mal vom Kindergarten ab oder kommt einfach zum Kaffeetrinken vorbei. Alle gehen ganz natürlich und offen miteinander um, es wird gescherzt, gespielt und eventuelle Reibungspunkte werden schon im Vorfeld besprochen. Trotzdem haben alle Beteiligten jederzeit die Möglichkeit, das Projekt zu beenden und wieder ihre eigenen Wege zu gehen. „Es ist ein wunderbares, zwangloses Geben und Nehmen“, freut sich Vater Michael Groll über die Partnerschaft.

Die Familienbildungsstätte sucht nach weiteren freiwilligen Wahlgroßeltern, die sich an dem Projekt beteiligen möchten. Auch weitere Familien, die ihr Leben gerne mit älteren Menschen bereichern möchten, sind willkommen. Im Vorfeld wird mit der Projektleitung geklärt, welche Erwartungen die Teilnehmer an eine Familie oder an mögliche Großeltern haben, welche Wünsche und wie viel Zeit sie mitbringen. Die Familienbildungsstätte begleitet die Teilnehmer des Projekts, hilft bei der Entscheidung und stellt den Kontakt zwischen den Familien her.

  • Interessierte können sich unter Telefon 06421/1750825 bei der fbs melden. Sprechzeiten: dienstags, 10 bis 12 Uhr,und donnerstags, 16 bis 18 Uhr. WeitereInfos unter www.fbs-marburg.de

von Ina Tannert

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