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Leidenschaftlicher Boxer und Musiker

Ehrung Leidenschaftlicher Boxer und Musiker

Für besonderes ehrenamtliches Engagement hat der Magistrat das Historische Stadtsiegel an Boxpionier und „Marburger Urgestein“ Günter Weimar verliehen.

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Am Montag überreichte Oberbürgermeister Egon Vaupel dem Jubilar an seinem 80. Geburtstag im Beisein von dessen Lebensgefährtin Irmgard Aldag das historische Stadtsiegel.Fotos:Ina Tannert

Marburg. Die Auszeichnung war am Montagabend nicht der einzige Anlass zum Feiern. Das Siegel war ein Überraschungsgeschenk zum 80. Geburtstag von Günter Weimar.

Während der Feier in der Gaststätte Ochsenburg überreichte Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) dem überraschten Geburtstagskind vor seinen 80 Gästen das Marburger Stadtsiegel.

„Sieh es als Dank und Anerkennung für deine Lebensleistung, dein großes Engagement und zu deinem Geburtstag“, gratulierte Vaupel.

Günter Weimar war jahrzehntelang unter anderem im 1. Boxclub Marburg 1947 als erfolgreicher Boxer und Trainer tätig und ebenso im TSV 1898 Marburg-Ockershausen musikalisch aktiv. Für die vielen Stunden, die er engagiert ins Gemeinwesen gesteckt hatte und für sein großes ehrenamtliches Engagement verlieh Vaupel ihm das Stadtsiegel und dankte dem Jubilar im Namen der Stadt Marburg für seine Leistungen.

Fast 40 Jahre Trainerdes Boxernachwuchses

„Du hast deine Energie in die Ausbildung junger Menschen gesteckt, sie auf das Leben vorbereitet und ihre Persönlichkeit geschult“, betonte der Oberbürgermeister.

Günter Weimar wurde am 13. Mai 1933 in Marburg geboren und ist der Stadt immer treu geblieben. Er wohnte in Ockers-hausen, in der Ketzerbach und in Zwischenhausen, bis er schließlich in den 60er Jahren in Cappel ein Haus baute, in dem er bis heute lebt. 1954 lernte er seine Frau kennen, die er vier Jahre später heiratete. Sie bekamen drei Söhne. Heute hat der ehemalige Maler und Verputzer insgesamt sechs Enkel. „Er ist ein echtes Marburger Urgestein“, erzählt Sohn Jürgen Weimar lachend.

Günter Weimar begann schon als 13-Jähriger beim Marburger Athletenclub mit dem Boxtraining. Im Jahr 1947 wurde er junger Mitbegründer des 1. BC Marburg und bestritt seinen ersten Wertungskampf. Er wurde im gleichen Jahr sogar zum Landeskadertraining nach Frankfurt berufen. Zwei Jahre später war er bereits heimischer Meister und lange Zeit ein aktiver und erfolgreicher Boxer.

Im Jahr 1953 wurde er hessischer Vizemeister. Im Halbfinale hatte er gegen den Süddeutschen Meister und Deutschen Vizemeister des Vorjahres deutlich nach Punkten gewonnen. Im Finale verlor er jedoch äußerst knapp gegen den späteren Profi-Europameister. Daneben erkämpfte er sich mehrmals den Titel des Bezirksmeisters.

Von 1959 bis 1997 war Günter Weimar ehrenamtlich als Trainer und Vorstandsmitglied im Verein tätig. Er kümmerte sich fast 40 Jahre lang intensiv um die Jugend des Vereins und trainierte mit dem Boxernachwuchs. Im Jahr 1997 wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Im gleichen Jahr erhielt er den Ehrenbrief des Landes Hessen.

Das Boxen war immer eine seiner Leidenschaften. Jedoch wurde sein Leben auch von der Musik geleitet. Er ist seit über 60 Jahren aktiver Musiker und lange Zeit Mitglied im TSV 1898 Marburg-Ockershausen. Schon 1952 war er als Trommler im Spielmannszug unterwegs. Nach der Umstellung auf Blasinstrumente spielte er Schlagzeug und Tuba und wurde Übungsleiter an diesen Instrumenten. Im Jahr 2003 ernannte ihn der TSV zum Ehrenmitglied. Bis heute spielt er aktiv Tuba. Am Montag konnte der äußerst rüstige Rentner mit Familie, Freunden und all seinen Boxer- und Musikerkollegen den 80. Geburtstag feiern. Am Morgen brachten ihm bereits zwei junge Musiker vom TSV vor seiner Haustür ein Ständchen. „Das war schon ein toller Geburtstags-Anfang“, erzählte er ergriffen. Und so solle dieser Tag auch enden, wünschte er sich schmunzelnd mit einem Seitenblick zu seinen musikalischen Kollegen. Fröhlich und mit einem Ständchen, betonte er. Sein Wunsch wurde natürlich erfüllt.

von Ina Tannert

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