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Leere Wartehallen und volle Straßen

Lokführerstreik Leere Wartehallen und volle Straßen

Es ist der mittlerweile siebte Streik der Lokführer. Der Zugverkehr ist stark ausgedünnt, viele Reisende steigen aufs Auto um. Auf den Straßen ballt sich weiter der Verkehr.

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Ungewöhnliches Bild am Marburger Hauptbahnhof: Fast menschenleer zeigte sich die Wartehalle.

Quelle: Dennis Siepmann

Marburg. Ungewöhnlich ruhig ist es in der Wartehalle am Marburger Hauptbahnhof. Dort wo sonst das Klackern der Rollkoffer zu hören ist und die hohen Wände das Stimmengewirr der Reisenden zurückwerfen, herrscht am Mittwochmorgen Stille. Ein Blick auf die Fahrplan-Tafel zeigt die bisherigen Zugausfälle.

Eine Stimme aus den Lautsprechern am Bahnsteig warnt vor „Verspätungen und weiteren Ausfällen in Personennahverkehr“. Die Bahnkunden scheinen sich auf den neuerlichen Streik gut vorbereitet zu haben, denn die Zahl der wartenden Fahrgäste in Marburg ist überschaubar. Dies bedeutet natürlich noch lange nicht, dass alle Reisenden dem Arbeitskampf der Lokführer positiv gegenüberstehen.

Notfahrplan für die Streiktage

Wenn es an den Bahnhöfen jedoch so menschenleer ist, muss es an anderer Stelle zwangsläufig voller sein. Besonders die Berufspendler müssen während des Lokführer-Streik nach Alternativen zum Zugfahren umschauen. Eine Möglichkeit, die häufig in Anspruch genommen wird, ist das Auto. Auf Hessens Autobahnen sei spürbar mehr Verkehr unterwegs, sagte am Mittwoch eine Sprecherin von Hessen Mobil. „Auf den Autobahnen 3 und 5 rund um das Rhein-Main-Gebiet ballt es sich besonders“.

Mit dem mittlerweile siebten Ausstand innerhalb weniger Monate sorgten die Lokführer natürlich auch auf anderen hessischen Orten für erhebliche Einschränkungen im Zugverkehr. Am Frankfurter Hauptbahnhof fuhren zwar Züge ein und aus, doch viele Bahnsteige waren auch dort am Morgen verwaist. „Die Kunden sind informiert unterwegs“, sagte eine Bahn-Sprecherin. „Der Ersatzfahrplan läuft stabil, die Züge, die wir anbieten, sind pünktlich unterwegs.“ Überfüllt seien sie nicht.

Privatunternehmen nicht betroffen

Nach dem Notfahrplan der Bahn sollte im Regionalverkehr fast jeder zweite Zug fahren. Die normalerweise eng getakteten S-Bahnen im Rhein-Main-Gebiet fuhren nur ein Mal pro Stunde, wie der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) berichtete. Zwei der neun Linien entfielen ganz.

Private Bahnunternehmen wie Vias, Cantus, Vlexx oder die Hessische Landesbahn waren nicht von dem Arbeitskampf betroffen. Auch Straßenbahnen und U-Bahnen fuhren im üblichen Umfang. Der Fahrgastverband Pro Bahn Hessen sieht das Verständnis der Reisenden inzwischen arg strapaziert. Die Organisation appellierte am Mittwoch weiter an beide Tarifparteien, eine Schlichtung in dem Konflikt einzuleiten. Man sei an einem Punkt angekommen, an dem kein Weiterkommen in Sicht sei.

Der Personenverkehr ist seit Mittwochmorgen um 2 Uhr betroffen und soll noch bis Donnerstag um 21 Uhr bestreikt werden. Im Güterverkehr legten die Lokführer bereits am Dienstagnachmittag ihre Arbeit nieder. Die GDL will mit dem Streik weiteren Druck auf die Deutsche Bahn machen.

von Dennis Siepmann und unserer Agentur

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