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Lebensmittel zum Nulltarif

Essen tauschen Lebensmittel zum Nulltarif

Vom Apfel oder Salat über Kaffee und Milch bis hin zur Tütensuppe – mit einem neuen Lebensmittelverteiler stellt sich die Initiative Foodsharing Marburg gegen die Wegwerfgesellschaft.

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Die Initiative Foodsharing stellt mit „Fairteiler“ in der Philosophischen Fakultät Essen zum Tausch zur Verfügung.

Quelle: Ina Tannert

Marburg. Ein gut gefüllter Kühlschrank und mehrere Regale haben seit vergangener Woche einen festen Platz im Fachschaftsraum der Geschichtswissenschaften im Foyer der Philosophischen Fakultät. Der neue „Fairteiler“ ist öffentlich zugänglich, jeder kann nach Belieben überschüssige Lebensmittel zur Verfügung stellen oder für den eigenen Bedarf kostenlos entnehmen.

Betreut und wenn nötig wieder aufgefüllt wird die Station von der Marburger Foodsharing-Initiative. Die Mitglieder organisieren regelmäßig nicht mehr verkaufbare Produkte von kooperierenden Händlern, Super- oder Wochenmärkten und verteilen die Lebensmittel kostenlos weiter. Jetzt wurdedie neue Station eingeweiht. Eine weitere befindet sich bereits seit einiger Zeit in der Marburger Universitätskirche.

„Wir wollen Lebensmittel verwenden statt sie verschwenden“, erklärte Johannes Imhäuser das Ziel der jungen Organisation. Foodsharing Marburg wurde vor etwa einem Jahr gegründet. Die Initiative wendet sich gegen die verbreitete Lebensmittelverschwendung in der Gesellschaft, versucht durch regelmäßige Aktionen die Öffentlichkeit auf das Problem aufmerksam zu machen, teilt der Verein mit.

„Lebensmittel sind ein wichtiges Thema, unvorstellbare Mengen werden tagtäglich gezielt entsorgt, vergammeln oder werden weggeworfen“, sagt auch Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne). Die Entwicklung der Lebensmittelverschwendung schreite trotz aller Aufklärung über das Thema ungebremst weiter voran. Nicht nur die Kalkulationen des Marktes, auch der verbreitete Kundenwunsch jederzeit über sämtliche Produkte verfügen zu können, führe letztendlich zu einem steten Überschuss in den Regalen.

Bundesweit mehr als 1000 Kooperationspartner

„Es ist wichtig, dass sich die Menschen darüber bewusst werden, wie viel Aufwand, Energie und auch Tierleben dafür sinnlos verbraucht werden“, sagte der Umweltdezernent und stellte eine weitergehende Unterstützung der Stadt für die Marburger Foodsharing-Initiative in Aussicht.

Bundesweit hat Foodsharing mehr als 1000 Kooperationspartner aus dem Lebensmittelhandel, rund 9000 Ehrenamtliche sorgen für eine Umverteilung der Produkte, teilte der Marburger Zweig mit. Vor Ort bestehen bereits Kooperationen mit mehreren Einzelhändlern, rund 20 aktive „Foodsaver“ organisieren in Marburg die Abholung der Lebensmittel.

Die Initiative will dabei nicht in Konkurrenz zu der bundesweiten Hilfsorganisation „Tafel“ treten, diese eher ergänzen. „Wir verfolgen keinen karitativen Zweck, in erster Linie geht es darum, Verschwendung von Lebensmitteln zu vermeiden“, sagte Philipp Kühlthau von Foodsharing Marburg.

  • Der neue „Fairteiler“ in der Philosophischen Fakultät ist Montag bis Donnerstag von 10 bis 18 Uhr im Fachschaftsraum der Geschichtswissenschaften in der Wilhelm-Röpke-Straße 6 öffentlich zugänglich.

von Ina Tannert

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