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Leben jenseits der Hochsicherheitszonen

Fastenaktion Leben jenseits der Hochsicherheitszonen

Die evangelische Kirche lädt in den kommenden sieben Wochen dazu ein, sich von den Hasardeuren der Bibel inspirieren zu lassen, mal etwas zu riskieren und neue Schritte zu wagen.

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Das Titelmotiv des diesjährigen Fastenkalenders steht für Verständigung, Begegnung und Herzlichkeit über die Grenzen der Unterschiedlichkeit hinaus.

Quelle: Evangelische Kirche

Marburg. In diesem Jahr soll‘s beim Fasten um „Unverzagtheit“ gehen - ein Wort, das Bibelleser kennen, das im alltäglichen Sprachgebrauch aber gar nicht mehr so oft vorkommt. „Siehe, ich habe dir geboten, dass du getrost und unverzagt seist“, heißt es in dem Bibelvers aus Josua 1,9, den die Kirche passend zur Aktion ausgewählt hat.

Es geht also um Courage, so würde man heute wohl sagen. Die Menschen sollen sieben Wochen lang bewusst aufs Zaudern, Zögern und aus Übervorsichtigsein verzichten. Dazu ermutigt Arnd Brummer, der Geschäftsführer der Aktion „7 Wochen ohne“.

Brummer schreibt zur Fastenaktion über unvorsichtige Männer und Frauen, von denen es in der Bibel nur so wimmele: „Menschen, die übers Wasser laufen, Hochschwangeren, die auf Reisen gehen, ohne auch nur ein Hotel zu buchen. Da sind Leute, die von jetzt auf gleich Job, Haus und Hof verlassen, mittellose Witwen, die mächtigen Richtern auf den Wecker gehen, und ein unstudierter Wanderprediger, der es sich mit Staat und Klerus gleichzeitig verscherzt.“ Diese Menschen aus der Bibel sollen zu einem Leben jenseits von Hochsicherheitszonen inspirieren. Sieben Wochen lang, von Aschermittwoch, dem 13. Februar, bis zum Ostersonntag, dem 31. März, sollen die Fastenden ihre Manschetten ablegen und Tacheles reden: ein offenes Wort wagen, auch wenn der Chef stirnrunzelnd danebensitzt, oder dem Partner mutig sagen, dass er sich verrennt. Schon Martin Luther meinte: „Die Geister lasset aufeinanderprallen, die Fäuste haltet stille.“

Das Motto 2013 bezieht sich direkt auf das von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ausgerufene Jahr der Toleranz. Gegensätze, unterschiedliche Auffassungen und Ansichten sollen im zwischenmenschlichen Gespräch ehrlich ausgetauscht werden und nicht hinter einer Mauer des Schweigens, der Abwendung und des Desinteresses verschwinden. Brummer als Verantwortlicher für die Aktion schreibt: „Toleranz ohne Kommunikation ist der Tod einer offenen Gesellschaft.“

Seit 30 Jahren lädt die Aktion „7 Wochen ohne“ dazu ein, die Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostern bewusst zu erleben und zu gestalten. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid vom Frühjahr 2012 machen fast drei Millionen Menschen bei „7 Wochen ohne“ mit - oder haben schon einmal teilgenommen.

Fast drei Millionen machen jährlich mit

Mehr als 22 Millionen Menschen kennen die Aktion zumindest dem Namen nach.

Der Gottesdienst zur Eröffnung der Fastenaktion findet am Sonntag, 17. Februar, in der Christuskirche in Fulda statt und wird ab 9.30 Uhr live im ZDF übertragen.

Ein Fastenkalender begleitet die Teilnehmer mit Texten aus Kirche, Kultur und Alltagsleben durch die Fastenzeit. Die Texte sollen dazu ermutigen, sich im Austausch mit anderen im Sinne Jesu Christi zu erneuern und zu überprüfen, was sich an eingefahrenen Gewohnheiten ändern soll und muss.

Die sieben Wochenthemen lauten in diesem Jahr: „Mitgefühl riskieren - ohne Angst vor Umwegen“, „Begegnung riskieren - ohne Vorbehalte“, „Neues riskieren - ohne Blick zurück“, „Widerspruch riskieren - ohne Blatt vor dem Mund“, „Niederlagen riskieren - ohne schützende Rüstung“, „Das Unmögliche riskieren - ohne dem Zweifel zu erliegen“, „Verletzung riskieren - und dem anderen als Kind Gottes begegnen“.

Traditionell greifen viele Kirchengemeinden das aktuelle Fastenthema von „7 Wochen Ohne“ auf und eröffnen so den Dialog in ihren Gemeinden.

Wie in den vergangenen Jahren wird „7 Wochen Ohne“ wieder von einem zentralen Projektbüro in Frankfurt am Main koordiniert. Das Team bietet den Fastenden Begleitung an, beantwortet Fragen und betreut die Internetseite www.7-wochen-ohne.de.

Dort können auf einer interaktiven Landkarte Fastengruppen und Einzelpersonen veröffentlichen, wo sie fasten und was sie konkret tun. Weitere Aktionen können Interessierte auch auf Facebook begleiten und kommentieren unter www.7wochenohne.facebook.de

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