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„Leben ist wie ein zugeklappter Fächer“

Tag der Generationen plus „Leben ist wie ein zugeklappter Fächer“

„Die Frage der Gebetserhörung ist nie der Schlüssel zur Geborgenheit“, sagte Peter Strauch am Samstag im Gottesdienst am „Tag der Generationen plus“ im Tabor-Gemeindezentrum.

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Peter Strauch (links) im Gespräch mit Harald Baumann, Leiter des Hessischen Gemeinschaftsverbandes, der den „Tag der Generationen plus“ veranstaltete.

Quelle: Freya Altmüller

Marburg. Der Theologe, Buchautor und Liedermacher beschäftigte sich in seiner Predigt mit dem Thema der Veranstaltung: „Geborgen“.

„Auch dann, wenn Gott offensichtlich nicht die äußeren Verhältnisse geändert hat, gilt es, in Jesus zu bleiben“, sagte er. Daher sei der Schlüssel zu Geborgenheit, die Gegenwart des Herrn und die Verbundenheit mit ihm.

„Die weltpolitische Situation­ beschäftigt mich sehr“, gab Strauch zu. Asymmetrische Kriegsführung, ein Mangel an vertrauenswürdigen Führungseliten, Korruption, Geldwäsche und Bankenkrise - all das bereite ihm Sorgen.

„Wie oft singen wir das Lied, ,Von guten Mächten wunderbar geborgen‘ - das hat Dietrich Bonhoeffer in der Gefängniszelle geschrieben“, sagte Strauch. Oft konsumiere man nur, aber wer glaube wirklich daran, auch wenn er die Tagesschau sehe, dass Gott die Welt in der Hand halte? „Gott führt das Regiment.“

In Psalm 139 heiße es, der Mensch sei dazu geschaffen, um bei Gott zu Hause zu sein. Die österreichische Schauspielerin Erika Pluhar habe dazu einen passenden Vergleich gemacht: „Das Leben ist wie ein zugeklappter Fächer; Glück ist, den Fächer zu öffnen und zu sehen, was darauf gemalt ist“. Diese Sehnsucht zu entdecken, was im eigenen Leben ist, erfülle Gott. „Wer als Christ lebt, dem verspricht Gott, ich bin da, ich bin unbegreiflich nah“, sangen die rund 330 Gäste unter der Begleitung von Andreas Greim am Klavier mit Sohn Raphael, der Geige spielte.

„Man kann sich hier immer geborgen fühlen“, sagte Sabine Vannesté aus Bad Wildungen, die schon öfters an dem Tag teilgenommen hat und mit Mutter Marianne gekommen ist. „Man fühlt sich angenommen, aufgefangen, wahrgenommen.“

„Menschen der Generationen plus haben ganz eigene Fragen“, erklärte Harald Baumann, Leiter des Hessischen Gemeinschaftsverbandes, der den Tag veranstaltete.

Motto: „Geborgenheit findet man nur bei Gott“

„Man verliert vieles, was einem im Leben Geborgenheit gegeben hat.“ Dazu gehöre beispielsweise unter Umständen der Lebenspartner. Deshalb haben Baumann und die anderen Mitglieder des Organisationsteams diesem Thema ein eigenes Seminar gewidmet. In einem anderen konnten sich Männer im „Jahreszeitenwechsel“ mit dem Ausscheiden aus dem Beruf befassen. „Wenn das Ansehen, das aus der beruflichen Tätigkeit erwächst, wegfällt, stellt sich für viele Rentner die Frage: ,Wo bleibt dann mein Wert?‘“

Auch die Vergangenheitsbewältigung sei für viele ein Thema, das, was schiefgelaufen sei. Im Alter könne man die Beschäftigung damit nicht mehr auf die Zukunft schieben. Baumann und seine Kollegen wollten den Teilnehmern mit auf den Weg geben: „Geborgenheit findet man in Gott.“

von Freya Altmüller

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