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Leben für Politik und Podolski

Nachruf Leben für Politik und Podolski

Professor Peter Henkenborg ist im Alter von 59 Jahren gestorben. Er galt als renommierter Extremismus-Forscher – und glühender Fußballfan des 
1. FC Köln.

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Der Marburger Professor Peter Henkenborg ist am 22. August im Alter von 59 Jahren gestorben.

Quelle: Philipps-Universität

Marburg. Der Politikwissenschaftler lehrte seit Wintersemester 2006 an der Philipps-Universität, war zuständig für den Bereich Didaktik der politischen Bildung. Zuvor war er sieben Jahre lang an demselben Lehrstuhl an der Technischen Universität Dresden tätig. An der Justus-Liebig-Universität in Gießen und der Gesamthochschule Kassel hatte er Mitte der 1990er Vertretungs-Professuren inne.

Seine Arbeitsschwerpunkte lagen in den Bereichen Demokratielernen, Theorien politischer Bildung, Schulen und Rechtsextremismus sowie empirischer Unterrichtsforschung. In den vergangenen 25 Jahren veröffentlichte er Dutzende Aufsätze und Bücher.

Studenten, vor allem im Lehramt, ist er als leidenschaftlicher Fan und Mitglied des Fußballvereins 1. FC Köln bekannt – was er auch in Vorlesungen und Seminaren betonte. Die Passwörter zu seinen Online-Kursen lauteten oft „Podolski“ und manches Wochenendseminar, so berichten es ehemalige Studenten, verkürzte er gerne, um „Effzeh zu gucken“.

„Sein Tod ist ein großer Verlust, für die Wissenschaft und auch aus menschlicher Sicht. Sein Fachgebiet, die Didaktik der politischen Bildung, ist ein zentraler Bereich in der Politikwissenschaft mit einer hohen Bedeutung für das Gemeinwesen“, sagt Professor Thomas Noetzel, Prodekan des Fachbereichs 03. Henkenborg sei „als Mensch vorbildlich, in seiner Bescheidenheit, mit seinem Humor“. Er habe gezeigt, „dass ein begabter Wissenschaftler wenig Aufhebens um sich macht. Bei ihm war immer mehr Sein als Schein.“

Auch die Mitarbeiter des Fachbereichs Politikwissenschaft haben eine Traueranzeige ins Internet gestellt. Sein „überraschender und viel zu früher Tod hinterlässt uns betroffen und in tiefer Trauer“. Mitarbeiter, Studenten und Kollegen „verlieren einen Freund, Ratgeber und Lehrer“. Obwohl Rufe an andere Universitäten vorlagen, sei er der Philipps-Universität treu geblieben. Henkenborg wurde am 6. Oktober 1955 in Cloppenburg geboren, war verheiratet und Vater zweier Kinder. Er starb am 22. August und wird am Freitag in Gießen beigesetzt.

von Björn Wisker

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