Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 1 ° Regenschauer

Navigation:
Laut und schrill: Erstis erkunden die Stadt

Orientierungswoche an der Philipps-Universität Laut und schrill: Erstis erkunden die Stadt

Infoveranstaltungen, Bibliotheksführungen, Kursanmeldungen – für Marburgs Erststudierende steht in der Orientierungswoche einiges auf dem Programm. Am Mittwoch fanden die traditionellen Stadtrallyes statt.

Voriger Artikel
Kirmes und Elisabethmarkt beginnen
Nächster Artikel
Bestellt, weiterverkauft und abkassiert

Die Ersti-Gruppe mit dem selbstgewählten Namen „Die Prinzessin und das Bier“ hatte sichtlich Spaß bei der Stadtrallye.

Quelle: Julia Brinkmann

Marburg. Laute Musik, schrille Outfits, Sprechchöre – die vielen Erststudierenden, die gestern an den Stadtrallyes teilnahmen, die von ihren Fachbereichen organisiert wurden, kündigten sich schon von weiter Ferne an. Vor der Mensa am Hermann-Cohen-Weg befanden sich unzählige Stationen, an denen die jeweils etwa 10- bis 15-köpfigen Studentengruppen ihr Können unter Beweis stellen und Punkte sammeln mussten.

„Wir veranstalten ein Elefantenrennen“, erklärt „Teamer“ Christian vom Fachbereich Pharmazie die Gebärden der 15 Studenten, die sich mit einer Hand an die Nase greifen, mit der anderen Hand am Vordermann festhalten und im Kreis laufen. Das Ziel des Spiels ist für den Betrachter auf den ersten Blick nicht erkennbar. „Das Ziel jeglicher Spiele ist es doch, dass man Spaß hat und sich besser kennen lernt“, meint Christian und hat damit vollkommen recht. Die Erstis an seiner Station jedenfalls sehen so aus, als hätten sie viel Spaß.

Ein paar Meter weiter hat sich auf dem Vorplatz der Mensa eine Traube angehender Pharmazie-Studenten um einen mit Krepppapier abgesperrten Parcours gebildet. Kitteltragende Teamer binden ihre Füße mit einer Schnur aneinander. Zu dritt müssen sie nun durch den Parcours laufen und, am Ziel angekommen, „einen Luftballon mit viel Schwung am Vordermann zerplatzen lassen“, ruft ein Teamer der aufgeregten Truppe zu, die bereits bei der Vorstellung in schallendes Gelächter ausbricht.

Bei den Stadtrallyes waren wieder viele Erststudierende auf dem Campus und in der Stadt Marburg unterwegs.

Zur Bildergalerie

 

Eine Gruppe krönchentragender Biologiestudenten läuft über den Wolfgang-Abendroth-Steg. Ihr Anführer, Tobias (19), trägt einen Wischmop mit einem lilafarbenen Halstuch. „Jede Gruppe musste sich einen Namen überlegen. Wir heißen: Die Prinzessin und das Bier“, sagt er. „Fitze, Fatze, Fotze – mer laafe bis mer kotze!“ lautet der hessische Kampfspruch seiner Truppe, die gerade die Station am Lahnufer besucht hat, an der die Biologiestudentinnen Franzi (20) und Jana (20) schon auf die nächste Gruppe warten. Die Studenten müssen hier die groteske Aufgabe erfüllen, gemeinsam auf einem Bierkasten zu stehen.

Vor einem Jahr haben Franzi und Jana noch selbst an der Stadtrallye teilgenommen. Heute sind sie Teamer. „Das ist eigentlich das Tollste am Anfang“, sagt Franzi. „Man lernt viele neue Leute kennen und erlebt viel.“ Mit vielen, die sie vor einem Jahr kennen gelernt hätten, seien sie immer noch befreundet.

Das erhofft sich auch Maximilian. „Ich komme von relativ weit weg und finde es total wichtig, die Leute aber auch die Stadt besser kennen zu lernen“, sagt der zukünftige Wirtschaftswissenschaftler, der, wie seine Kommilitonen, in einem bunten Einweg-Overall steckt und laut „Power Rangers!“ brüllt und seine Faust ausstreckt, als seine Rivalen vorbeilaufen.

„Es geht nicht nur ums Trinken“

Am Ende der Marktgasse in der Oberstadt begrüßt Tim (27) Pharmazie-Studentengruppen, stattet sie mit einem Pharmazie-Kittel und Schwimmflossen aus, lässt sie bis zum Brunnen auf dem Marktplatz und wieder zurücklaufen und schenkt Fruchtlikör für die Gewinner aus.

„Es geht nicht nur ums Trinken“, betont er. „Es ist wichtig, dass die Studenten zu Beginn ihres Studiums ein bisschen Spaß gemeinsam haben und sich kennen lernen. Das Pharmazie-Studium ist sehr lernintensiv, dafür braucht man einander“, weiß der Student aus eigener Erfahrung. „Da ist es wichtig, dass gleich zu Beginn eine gewisse Gruppendynamik entsteht.“

Ein paar Meter entfernt pausiert eine Gruppe angehender Wirtschaftswissenschaftler im Café Paprica. Ihre geschminkten Wangen zeigen sie mit ganzem Stolz. „Wir sind die Mini-Mäuse“, ruft einer der „Wiwis“ mit einer aufgemalten Schleife auf der Stirn und einem roten Punkt auf der Nase. Schon drei Stationen haben sie hinter sich. Nun belohnen sie sich mit – wie sollte es in Marburg anders sein – Aufläufen. Das Grölen und Jubeln der Erstis ist noch bis zum Eingang des Oberstadt-Aufzuges zu hören. „Ojeoje“, seufzt ein Mann. „Der akademische Nachwuchs.“

von Ruth Korte

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr