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„Lassen Sie uns Geschichte schreiben“

IHK stellte zukunftsweisendes Konzept vor „Lassen Sie uns Geschichte schreiben“

Knapp 100 Gäste waren ins Technologie- und 
Tagungszentrum gekommen, um sich die „Vision vom autonomen Fahren“ in Marburg näherbringen zu lassen.

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Das Video mit dem „Erlkönig“ zum autonomen Fahren ist nun auch im Internet zu sehen.

Quelle: Andreas Schmidt

Marburg. Denn das ist die Idee der IHK: Auf der Strecke vom Bahnhof auf die Lahnberge soll eine Flotte selbstfahrender Autos die Pendler befördern, immer ganz nach deren Bedarf (die OP berichtete).

So warb denn auch Peter 
Lather, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses, für das Projekt: „Wir können dieses Zukunftsthema in Marburg etablieren“, sagte er – nicht nur, um die Verkehrsprobleme der Universitätsstadt zu lösen, sondern auch, um einen wirtschaftlichen Nutzen für die Region zu generieren. Die Technik sei bereits „sehr nahe. Schon heute nutzen wir in Autos zahlreiche Assistenzsysteme, und diese werden sich weiterentwickeln“, sagte Lather.

In Gesprächen würde ihm bei der Vorstellung des Konzepts zunächst Skepsis entgegenschlagen. „Aber als vor 130 Jahren das erste Fahrzeug über die Straßen fuhr, war die Skepsis auch groß – die Geschichte hat etwas anderes gezeigt“, so Lather. Er appellierte: „Wenn wir dieses Ziel wirklich hinbekommen wollen, dann geht es nur in einer gemeinsamen Aktion. Denn wenn wir gegeneinander arbeiten, dann werden uns andere überholen.“

„Was mit Autos funktioniert, funktioniert auch mit größeren Vehikeln“

Erstmals äußerte sich auch Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) öffentlich zu dem Thema. Er freue sich „über jede Initiative, die das Thema Verkehr in anderer Hinsicht aufgreift“. Für Marburg gelte, dass „jede Lösung, die dazu beiträgt, Verkehrsfluss und Straßenflächennutzung zu optimieren, wünschenswert ist – vor allem dann, wenn ein Mehr an Sicherheit damit verbunden ist“. Ob allerdings die Verbindung auf die Lahnberge, wo es um Massenverkehr gehe, geeignet sei, müsse noch „diskutiert werden“, so Spies.

Dass gerade diese Strecke perfekt sei, verdeutlichte der Physiker Professor Martin Przewloka in seinem Vortrag – denn man müsse sich von dem Gedanken kleiner Autos lösen, „was mit Autos funktioniert, funktioniert auch mit größeren Vehikeln“, verdeutlichte er. Er beantwortete auch Fragen – so sei die Technik heute noch nicht so weit, dass sich ein Fahrzeug voll autonom und sicher auf Straßen bewegen könne. Die Entwicklung sei aber „kein Hirngespinst von Technikern“.

Sorge machten sich die Besucher auch um die Sicherheit der Systeme – sowohl in puncto Datenschutz oder Hackerangriffen. „Es wird nie ein 100 Prozent sicheres System geben“, gab Przewloka zu. Allerdings werde die Sicherheit stark im Vordergrund stehen. Er schloss nicht aus, dass es durch solche Systeme keine Busfahrer mehr geben werde, „durch digitale Transformation verändern sich auch Berufsfelder“. Auch Parkplatzprobleme durch wartende Fahrzeuge werde es nicht geben, denn die Autos befänden sich permanent in Bewegung.

Peter Lather ist vom Konzept überzeugt, „es bietet unzählige Möglichkeiten“. Er rief die Besucher dazu auf: „Lassen Sie uns in Marburg Geschichte schreiben.“

von Andreas Schmidt

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