Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 0 ° bedeckt

Navigation:
Langfristige strategische Allianz

Hochschulen kooperieren Langfristige strategische Allianz

Die Präsidenten der drei mittelhessischen Hochschulen Philipps-Universität, Justus-Liebig-Universität und Technische Hochschule Mittelhessen besiegelten gestern die Ausweitung ihrer Zusammenarbeit.

Die Hochschulpräsidenten (vorne von links) Professor Joybrato Mukherjee (Uni Gießen), Professorin Katharina Krause (Uni Marburg)und Professor Matthias Willems (TH Mittelhessen)unterzeichneten den Vertrag für die Gründung des Forschungscampus Mittelhessen, beobachtet von Wissenschaftsminister Boris Rhein und DFG-Vizepräsidentin Professorin Katja Becker.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Es war eine betont freundschaftliche Atmosphäre,­ bei der gestern im Fürstensaal des Marburger Landgrafenschlosses der Kooperationsvertrag von der Marburger Uni-Präsidentin, Professorin Katharina Krause, sowie ihren Kollegen, Professor Joybrato Mukherjee (Uni Gießen) und Professor Matthias Willems (TH Mittelhessen), unterzeichnet wurde. Rund 200 Gäste aus Wissenschaft, Wirtschaft und ­Politik verfolgten die Zeremonie. Ziel ist eine langfristig angelegte strategische Allianz ­aller drei Partner.

Das altehrwürdige­ Marburger Schloss stellte für Hessens Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU) einen besonders angemessenen Ort für die Feier dar. „Ich freue mich sehr über die Gründung des Forschungscampus Mittelhessen. Dieses zukunftsweisende Projekt ist das Ergebnis einer langjährigen und von großem gegenseitigem Vertrauen geprägten Partnerschaft zwischen den beiden traditionsreichen Universitäten in Marburg und Gießen sowie der Technischen Hochschulen Mittelhessen, die ihren Hauptstandort in Gießen hat“, sagte Rhein.

Mit dem neuen Forschungs­campus wollen die Hochschulen ihre Zusammenarbeit untereinander sowie mit außeruniversitären Einrichtungen der Region stärken. Herzstück ist der gemeinsame Auf- und Ausbau ausgewählter Forschungsfelder und deren Etablierung in der Spitzenforschung. Dazu gehören unter anderem Lungen-­ und Infektionsforschung, ­Mikrobiologie und Virologie, Psychologie und Neurowissenschaften sowie Geschichts- und Regionalwissenschaften.

Gefördert wird das Vorhaben aus dem Innovationsfonds des hessischen Wissenschaftsministeriums für die kommenden fünf Jahre mit insgesamt 7,3 Millionen Euro.

Marburgs Uni-Präsidentin, Professorin Krause, erläuterte,­ dass es bei dem Projekt Forschungscampus sowohl um die internationale Sichtbarkeit und Einigkeit, als auch um die Innovationskraft der mittelhessischen Hochschulen gehe. „Zusammen können wir auf fast alle Fragen der Welt fundierte wissenschaftliche Antworten geben“, setzt Krause auf die vereinte Schlagkraft der beiden mehr als 400 Jahre alten Universitäten und der vergleichsweise jungen Fachhochschule.­ Kombiniert mit anderen Wissenschaftseinrichtungen in Mittelhessen, wie beispielsweise ­einem Fraunhofer-Institut, zwei Instituten der Max-Planck-Gesellschaft und dem Herder-Institut für Ostmitteleuropaforschung, gebe es in der Region eine einzigartige Wissenschaftslandschaft.

Konstruktiver und kooperativer Geist

Begonnen habe die verstärkte­ Kooperationen zwischen den Hochschulen in Gießen und Marburg bereits in den 90er-Jahren mit der Gründung von Transfer-Gesellschaften zur Umsetzung von Forschungsergebnissen in die Praxis. Nach einem Rahmenvertrag im Jahr 2005 sei dann die Begründung der Forschungsallianz zwischen den Universitäten Marburg und Gießen 2012 der nächste Schritt gewesen. Schon damals habe es Gespräche mit Günther Grabatin, dem damaligen THM-Präsidenten, über eine Einbeziehung der Fachhochschule gegeben.

Grabatins Nachfolger, Professor Matthias Willems, meint: „Der Forschungscampus bietet Wissenschaftlern der drei Hochschulen die Möglichkeit, neue Projekte zu bearbeiten, in denen sich ihre unterschiedlichen fachlichen Kompetenzen ergänzen“. Besonders wichtig findet er, dass die Technische Hochschule Mittelhessen einen institutionalisierten Zugang zur Promotion bekomme. Zudem könne demnächst durch die Einrichtung eines ingenieurwissenschaftlichen Promotionszentrums der Titel „Dr. Ing.“ in Mittelhessen erworben werden. Die THM bringe eine hohe Praxis- und Anwendungsorientierung ihrer Fächer in die Partnerschaft mit ein.

Der Gießener Uni-Präsident, Professor Mukherjee, betonte, dass bei der Zusammenarbeit der Hochschulen in Gießen und Marburg in den vergangenen Jahren ein konstruktiver und kooperativer Geist gewachsen sei. Bei vielen Forschern sei die Einsicht entstanden, dass der Erfolg der anderen auch zum eigenen Erfolg beitragen könne. Die beiden altehrwürdigen Schwester-Universitäten hätten in der Fachhochschule einen „kleinen technik-verliebten Bruder“ als Familienzuwachs erhalten. Folgende drei Großprojekte wollen die drei Partner laut Mukherjee in Zukunft gemeinsam angehen: das Programm „Innovative Hochschule“, den Nachwuchspakt und die bundesweite Exzellenzinitiative.

von Manfred Hitzeroth

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr