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Landwirte unterstützen das Gericht bei Verhandlungen

Gericht Landwirte unterstützen das Gericht bei Verhandlungen

Drei Hilfsrichter unterstützen das Landwirtschaftsgericht. Für dieses Ehrenamt haben sie nun ihren Amtseid abgelegt.

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Amtsgerichtsdirektor Cai Adrian Boesken (von links) vereidigte Günter Kraft, Elmar Stein und ­Wilhelm Lichtenfeld als ehrenamtliche Richter am Landwirtschaftsgericht.Foto: Marcus Hergenhan

Marburg. Mit etwa drei bis fünf Fällen pro Jahr ist das Landwirtschaftsgericht in Marburg zwar keine besonders stark frequentierte Abteilung, die einzelnen Verhandlungen haben es jedoch häufig in sich. „Es gibt vor allem zwei Klassiker: So kommt es oft vor, dass die Landwirtschaftsbehörde beim Verkauf wertvoller Flächen zugunsten eines Landwirtes entscheidet, der Verkäufer aber vielleicht lieber den finanziell potenteren Großinvestor als Käufer hätte und daher eine gerichtliche Entscheidung beantragt. Der zweite Große Streitpunkt sind Pachtverträge, die auch heute noch unter Landwirten oft nur mündlich abgesprochen sind,“ erklärte Amtsgerichtsdirektor Cai Adrian Boesken.

Teilweise komplexe Fälle

Grundsätzlich soll die Landwirtschaftsbehörde die sogenannte „ungesunde Verteilung von Grund und Boden“ verhindern. Wenn allerdings der Verkäufer seinen Hof sanieren möchte und dazu einen höheren Verkaufspreis benötigt, kann er damit vor Gericht argumentieren. Solche komplexen Fälle von teilweise großer finanzieller Bedeutung bringen für das Gericht viel Arbeit mit sich. Es bedürfe daher fachkundiger ehrenamtlicher Hilfe, weswegen die Hilfsrichter selbst Landwirte sein müssen.

Elmar Stein aus Ebsdorfergrund, der Mutterkuhhaltung betreibt, und Wilhelm Lichtenfeld aus Treisbach, der einen Veredelungsbetrieb führt, sind nun Teil dieses Teams aus Ehrenamtlichen, welche die Leiterin Jutta Hanewinkel ab sofort unterstützen. Für den Milchbauer Günter Kraft aus Lohra-Reimershausen ist es bereits die zweite vierjährige Amtszeit. „Das Thema Grundstücksveräußerung wird uns wohl auf lange Sicht beschäftigen, denn leider war 2016 gerade für die Milcherzeuger wieder kein gutes Jahr, da werden sich einige verkleinern,“ sagte Lichtenfeld.

von Marcus Hergenhan

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