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Landwirte bangen um die Ernte

Marburg/ Landkreis Landwirte bangen um die Ernte

Der freundliche, uns alle sonnenverwöhnende April hat auch seine Schattenseiten gehabt – jedenfalls für die Landwirte, die mit schlechten Erträgen rechnen müssen.

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Ein Landwirt spritzt sein Rapsfeld bei Bauerbach.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Müssen sich Landwirte darauf einstellen, dass sich nun alle zwei Jahre vor besondere Herausforderungen gestellt werden? 2007, 2009 und nun 2011 zeigte der April, dass er noch mehr macht, als er will. Er kann nämlich auch beleidigt sein und statt eines Wirrwarrs an Wetterfacetten einfach auf stur Sonnenschein schalten.

Seit 130 Jahren wird in Deutschland das Wetter aufgezeichnet. Der April 2011 hat dabei in seiner Monatskategorie einen Temperatur-Spitzenplatz ergattert. 2009 betrug die Durchschnittstemperatur 11,8 Grad. Das war der Höchststand bis dato.

In diesem Jahr kam annähernd das gleiche Ergebnis raus. Diese Tatsache wurde von den wintergeplagten Sonnenhungrigen gerne als verfrühter Sommer gefeiert, und selbst die Wettermoderatoren im Fernsehen überschlugen sich, boten beschwingt gestikulierend und mit einem Lächeln auf den Lippen die sonnigen Aussichten als große positive Meldung nach all den düsteren Nachrichten aus aller Welt dar.

Allein den Landwirten müssen diese Heiterkeits-Wetteraussichten-Shows wie viel zu früh vom Feuer genommene Kartoffeln vorgekommen sein: einfach ungenießbar! Der April war nämlich nicht nur deutlich zu warm – der Durchschnitt liegt bei 7,4 Grad –, er zählt auch noch zu den zehn trockensten Aprilmonaten seit 1881. Gerade mal etwas mehr als 20 Liter Niederschlag pro Quadratmeter wurden im April gezählt. Das Soll liegt bei 58 Liter.

“Na und, es blüht doch alles“, möchte man vielleicht an dieser Stelle ausrufen, aber die geschulten Augen eines Experten sehen ein anderes Bild. Sicher, die Rapsfelder leuchten wieder herrlich gelb. Aber: “Die Verzweigungen am Halm fallen vielerorts gering aus“, sagt der Wittelsberger Landwirt Reiner Nau, der zugleich einer der beiden stellvertretenden Vorsitzenden des Kreisbauernverbandes Marburg-Biedenkopf ist.

Der Vorsitzende Erwin Koch gibt ihm recht. “Auf nicht wasserführenden Böden werden sich weniger Blüten zu Schoten ausbilden. Das ist ein klares Zeichen für einen geringen Ertrag.“

von Götz Schaub

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