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Landkreis will Direktvermarktung voranbringen

Produkte von hier Landkreis will Direktvermarktung voranbringen

Es war das erste Erntegespräch in Marian Zachows (CDU) noch junger Laufbahn als Erster Kreisbeigeordneter. Die heimischen Landwirte gaben ihm das eine oder andere mit auf den Weg.

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Der hessische Bauernpräsident Friedhelm Schneider: „Wer ernten will, muss auch düngen.“

Quelle: Carina Becker

Großseelheim. Zwar sei die Landwirtschaft das Ressort der Landrätin Kirsten Fründt, gleichwohl werde es auch mit seinem Aufgabengebieten Berührungspunkte geben, sagte Zachow beim Erntegespräch und verwies auf die Wirtschaftsförderung des Landkreises, für die er die Dezernenten-Zuständigkeit übernommen hat: „Da gehört die Landwirtschaft mit der Direktvermarktung dazu“, erklärte er und versprach, die lokalen Anbieter von Kreisseite aus künftig besser unterstützen zu wollen.

So plane der Landkreis als Schulträger an einer Modellschule in der Schülerverpflegung auf regionale Produkte zu setzen und dies thematisch auch im Unterricht zu behandeln. Wie man regionale Produkte besser vermarkten könne, dazu stünden noch Gespräche an, sagte Zachow, der dann auch gleich den Vorsitzenden der Direktvermarkter Marburg-Biedenkopf kennenlernte. Ludwig Klingelhöfer, Gastgeber der landwirtschaftlichen Runde beim Erntegespräch, sagte Zachow, dass er darüber gern mehr erfahren an dem Thema mitarbeiten wolle. Zachow packte gleich ein Visitenkärtchen ein.

Bauern verlassen sich auf CDU-Zusage

Kreislandwirt Martin Henz klärte den neuen Ersten Beigeordneten über eine „Absprache“ auf, „die wir Landwirte immer mit dem Landrat Robert Fischbach hatten“. Wenn die CDU im hauptamtlichen Kreisausschuss vertreten sei, würden die Kreismittel für die Landwirtschaft auch nicht gekürzt, fasste Henz diese Absprache zusammen und ließ Zachow wissen, dass die Bauern sich nun darauf verließen, dass die CDU diese Zusage auch weiterhin einhalte.

Kreisbauernverbands-Vorsitzender Erwin Koch hatte es weniger auf die lokale Politik abgesehen. Er appellierte an die großen Lebenmittelkonzerne und warnte vor einer Fortsetzung der aggressiven Preispolitik. „Wir wollen doch hoffen, dass auch die familien-bäuerliche Landwirtschaft noch eine Zukunft hat, dass auch kleinere landwirtschaftliche Betriebe noch existieren und ein Auskommen erwirtschaften können“, sagte er.

Der Präsident des Hessischen Bauernverbands, Friedhelm Schneider, stellte in Großseelheim einen „besorgniserregenden“ Aspekt der EU-Agrarpolitik heraus. Der Einsatz von Pflanzenschutz- und Düngemitteln werde aufgrund von EU-Vorgaben zunehmend reglementiert. „Ein effizienter und nachhaltiger Ackerbau ist dadurch gefährdet - denn eines muss klar sein: Wer ernten will, muss auch düngen und Pflanzenschutz betreiben.“

Bei der anstehenden Novelle für die Düngeverordnung drohten pauschale Obergrenzen, sagte Schneider. Diese gefährdeten gute Erträge und das Qualitätsniveau. „Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln darf nicht länger durch gefühlte Risiken und aus ideologischen Gründen in Frage gestellt werden“, forderte er und hob hervor, dass die Bauern Experten im Düngen und beim Pflanzenschutz seien, „Auflagen und Beschränkungen zum Schutz der Gewässer müssen in der Praxis umsetzbar sein“.

von Carina Becker

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