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Landkreis plant drei neue Notunterkünfte

Flüchtlinge Landkreis plant drei neue Notunterkünfte

Der Kreis hat in Dautphe, Kirchhain und Wenkbach Standorte für die Unterbringung von insgesamt tausend Flüchtlingen vorgesehen. Landrätin Kirsten Fründt kritisiert die Informationspolitik des Landes.

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Auf dem Parkplatz der kreiseigenen Hinterlandhalle in Dautphe sollen Notunterkünfte für bis zu 300 Flüchtlinge entstehen. Wann es los geht, steht nicht fest.

Quelle: Archiv

Marburg. Angesichts der steigenden Zahl von Flüchtlingen bereitet sich der Kreis auf die Aufnahme von weiteren tausend Menschen vor. Weil Land und RP nur spärlich informieren, erschwere dies die Planung, kritisiert die Landrätin.

Der Landkreis Marburg-Biedenkopf möchte vermeiden, Flüchtlinge in Schulsporthallen oder Bürgerhäusern unterbringen zu müssen. Daher habe man nach Liegenschaften in den Kommunen gesucht, an denen sich eine entsprechende Infrastruktur befinde und die man kurzfristig nutzen könne. Der Kreis habe drei Standorte für die Errichtung winterfester Leichtbauhallen vorgesehen:

Der Parkplatz der Hinterlandhalle in Dautphe, das Gelände des ehemaligen Rewe-Marktes in Kirchhain und ein Gelände im Gewerbegebiet Wenkbach in der Gemeinde Weimar. In Wenkbach und Dautphe sollen jeweils bis zu 300 Menschen untergebracht werden. Die Hinterlandhalle selbst soll nicht genutzt werden, sondern weiterhin für Veranstaltungen geöffnet sein, erklärte Kreis-Sprecher Stephan Schienbein auf Anfrage der OP. Lediglich die Parkplatzsituation werde eingeschränkt. Die jeweiligen Kommunen seien am Montag informiert worden. Dautphes Bürgermeister Bernd Schmidt befand sich am Montag im Urlaub und konnte auf Anfrage der OP keine Stellungnahme abgeben.

Fründt: Kreis wartet seit einer Woche auf Antwort

Dass mit der Stadt Kirchhain eine weitere, die dritte, Kommune im Ostkreis mit der Aufnahme von Flüchtlingen, beansprucht werde, sei dem Kreis bewusst, erklärte Fründt. „Allerdings sind dort, in der drittgrößten Stadt in unserem Kreis, auch gute infrastrukturelle Voraussetzungen gegeben“, so Fründt. In Kirchhain sollen bis zu 400 Menschen untergebracht werden. In Stadtallendorf leben derzeit rund 600 Flüchtlinge in Notunterkünften, in Neustadt sind es rund 800 (die OP berichtete).

Wann die drei neuen Unterkünfte mit insgesamt tausend Menschen belegt werden, sei angesichts der spärlichen Informationen, die vom Land und RP kämen, nicht bekannt. Der Kreis habe mit einem Verwaltungsstab - bestehend aus Führungskräften relevanter Fachbereiche unter der Leitung von Ralf Laumer, persönlicher Referent der Landrätin - daher in Eigenregie ein Unterbringungskonzept erstellt. Man benötige Planungssicherheit, um nicht wieder in einer nHauruck-Aktion agieren zu müssen.

Dem Land Hessen liege das Konzept des Kreises seit einer Woche zur Prüfung vor, bisher habe man kein Ergebnis erhalten, kritisierte Fründt. Gegenüber der OP erläuterte Fründt ihre Kritik an Land und RP: „Wenn das Land von den Kreisen fordert, innerhalb von 48 Stunden oder übers Wochenende Notunterkünfte für tausend Menschen aufzubauen, ist es legitim zu verlangen, dass die zuständigen Ministerien ein fertiges und tragfähiges Konzept zur geordneten Unterbringung der Menschen innerhalb einer knappen Woche lesen, bewerten und beantworten.“

Auf Anfrage der OP erklärte die Sprecherin des Regierungspräsidiums Gießen, Gabriele Fischer: „Wir begrüßen natürlich sehr, dass sich der Landkreis Marburg-Biedenkopf frühzeitig kümmert, um letztlich ausreichende Kapazitäten zur Verfügung stellen zu können. Leider ist es im Hinblick auf die Dynamik der Lage und der Vielzahl der Beteiligten nicht immer möglich, die Informationen mit angemessenem Vorlauf den Kreisen zukommen zu lassen.“

von Anna Ntemiris

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