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Landesgeschichte soll Uni-Schwerpunkt werden

Philipps-Universität Landesgeschichte soll Uni-Schwerpunkt werden

Aus dem Innovations- und Strukturbudget des Wissenschaftsministeriums soll eine Professur für hessische Landesgeschichte mit finanziert werden.

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Das Marburger Landgrafenschloss ist die Wiege des Landes Hessen. Eine Professur für Landesgeschichte soll jetzt an der Uni installiert werden. Archivfoto

Marburg. Es ist eine Idee, über die laut der Marburger Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause bereits seit mindestens 20 Jahren in Hessen und in Marburg immer wieder diskutiert wird. Die Rede ist von einer speziellen Professur für hessische Landesgeschichte. Dass diese Professur jetzt an der Marburger Universität installiert werden soll, hält die Präsidentin für einen Glücksfall, wie sie auf Anfrage der OP sagte.

Es habe in den vergangenen Jahren schon von der noch von Ministerpräsident Roland Koch (CDU) geführten Landesregierung große Pläne für die Einrichtung eines Hauses der Geschichte gegeben, die sich dann aber wieder zerschlagen hätten. Auch die Pläne einer Professur für hessische Landesgeschichte gebe es in unterschiedlicher Form bereits seit mehreren Jahren, so Krause. Nun solle dieser, auch im aktuellen schwarz-grünen Koalitionsvertrag festgeschriebene, Plan in die Tat umgesetzt werden. So steht es auch in einem Abschnitt der Zielvereinbarung zwischen der Philipps-Universität und dem Wissenschaftsministerium. Dort heißt es, dass die Professur für Hessische Landesgeschichte ab dem Wintersemester 2017/2018 für die Dauer von drei Jahren mit jeweils 120000 Euro pro Jahr aus Mitteln des Innovations- und Strukturbudgets „anfinanziert“ werden solle. Das Ministerium werde sicherstellen, dass die sachgerechte Weiterfinanzierung dieser Professur ab dem Jahr 2021 spätestens bis Ende 2017 zwischen dem Ministerium, der Universität und weiteren „einschlägigen Institutionen“ geklärt werden solle.

"Doppelberufung" geplant

Laut der Uni-Präsidentin gibt es den Plan, dass die Professur als eine Art „Doppelberufung“ gelten soll. Neben der eigentlichen Professur, die am Fachbereich Geschichte der Uni Marburg angesiedelt werden soll, soll damit auch in Personalunion die Leitungsstelle des Hessischen Landesamtes für geschichtliche Landeskunde verknüpft werden. Dieses Amt ist derzeit schon an die Uni Marburg angegliedert und wird von Professorin Ursula Braasch-Schwersmann geleitet. In der Übergangszeit, solange sie noch beschäftigt ist, könnte es aber noch eine Doppelleitung des Landesamtes geben. Es gibt bereits Kooperationsprojekte zwischen dem Landesamt und dem Fachbereich Geschichte der Uni Marburg. Ein vergleichbares Modell existiert schon: Das Herder-Institut für Ostmitteleuropaforschung mit Sitz in Marburg wird von Professor Peter Haslinger geleitet, der gleichzeitig eine Professur für Geschichte Ostmitteleuropa an der Universität Gießen innehat.

Ein inhaltliches und organisatorisches Konzept für die neu zu schaffende Professur soll nun bis Ende 2016 vom Fachbereich Geschichte erarbeitet werden, wie Geschichts-Dekan Professor Benedikt Stuchtey der OP bestätigte.

Laut Zielvereinbarung soll die Professur mit einem Schwerpunkt auf der Moderne die „subnationale Regionalforschung“ stärken und somit zur „kritischen Auseinandersetzung und Überwindung eines methodologischen Nationalismus“ beitragen. Es gehe dabei darum, dass Regionalgeschichte als Universitätsfach nicht zu staatstragend werde, sondern auch die nötige wissenschaftliche Distanz besitze, erläutert die Präsidentin. Eine spannende Frage könne auch sein, inwiefern neben Landesgeschichte auch andere Themenfelder wie die Kultur oder die Literatur des Landes Hessen in dem neuen Uni-Fach erforscht werden.

von Manfred Hitzeroth

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