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Land zahlt Gymnasiallehrerin doppeltes Gehalt

Arbeitsgericht Land zahlt Gymnasiallehrerin doppeltes Gehalt

In drei Jahren und einem Monat zahlte das Land einer Gymnasiallehrerin doppeltes Gehalt. Damit wurden 57.000 Euro netto zu viel gezahlt.

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In einem Klassenraum konzentrieren sich Schüler auf ihre Aufgaben. Eine Lehrerin, die ein halbes Jahr an zwei Schulen unterrichtete, erhielt vom Land gut drei Jahre doppeltes Gehalt.

Quelle: Archivfoto

Marburg. Es könnten ja mal Fehler passieren, „aber bei 57.000 Euro hört der Spaß auf“, sagte Arbeitsgerichtsdirektor Hans Gottlob Rühle am Dienstag während der Güteverhandlung. Schließlich müsse der Steuerzahler für das Geld aufkommen. Eine Gymnasiallehrerin trat am 1. September 2003 eine Stelle in einer Frankenberger Schule an. Etwas später nahm sie noch eine befristete Stelle in einer Marburger Schule an und arbeitete ein halbes Jahr an beiden Schulen.

In Marburg bekam die Lehrerin schließlich eine unbefristete Stelle. Ihre Tätigkeit in Frankenberg endete am 23. Juli 2005. Was nicht endete, war der Geldfluss. Bis Juli vergangenen Jahres bezog die Lehrerin zwei Gehälter. Und zwar unbemerkt, wie sie vor dem Arbeitsgericht angab. Sie habe nämlich nicht zwei Gehaltsabrechnungen bekommen, sondern eine. Die einzelnen Posten habe sie nicht überprüft, da sie wegen mehrerer Pflegefälle und schließlich auch Todesfälle in der Familie überlastet war, hieß es in der Verhandlung.

Schließlich sei sie selbst schwer erkrankt und musste einige Zeit im Krankenhaus behandelt werden. Das Land vertrat die Auffassung, dass der Lehrerin die hohe Zahlung hätte auffallen müssen und fordert 48.000 Euro zurück. Knapp 9.000 Euro hatte das Land nach Bekanntwerden der Überzahlung bereits einbehalten. Gegen die Rückforderung klagte die Lehrerin und begründet dies auch mit der Ausschlussfrist, wonach die Ansprüche innerhalb von sechs Monaten hätten geltend gemacht werden müssen.

von Heike Horst

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