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"Lahnwasser" erfreut die Grenzgänger

Grenzgang Ockershausen "Lahnwasser" erfreut die Grenzgänger

Zum dritten Mal nach 2003 und 2007 findet das Grenzgangfest Ockershausen statt. Bei der Wanderung entlang der alten Gemarkungsgrenzen gab es rund 400 Teilnehmer.

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„Nixe“ Norbert Allhenn taufte die Wanderer mit Lahnwasser. Das ausgeschenkte Lahnwasser, hatte allerdings mehr Prozente.  

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Rund 400 Menschen hatten sich an der „Alten Schule“ in Ockershausen versammelt, wo zunächst eine kurze Andacht stattfand. Mit etwa einer halben Stunde Verspätung ging es von dort aus auf die circa achteinhalb Kilometer lange Wanderstrecke. Entlang der ehemaligen Gemarkungsgrenzen Ockershausens, wie sie vor der Eingemeindung des Ortsteils im Jahr 1931 bestanden haben, wanderten die Grenzgänger auf der landschaftlich schönen Route, die sowohl durch Wälder als auch über die Hügel Ockershausens führte.

Über die „Hohe Leuchte“ ging es über die „Alte Weinstraße“ Richtung „Drei Linden“. In der Nähe des Polizeimuseums gelangten die Teilnehmer schließlich zum Frühstücksplatz. An den aufgestellten Biertischen, sowie auf den umliegenden Wiesen verzehrten die Wanderer die stärkende Mahlzeit.

Foto: Nadine Weigel

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Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD), der eigens zum Frühstück erschienen war, wollte sie dabei auch nicht großartig stören und fasste sich dementsprechend kurz: „Man hat mich gefragt, ob ich noch etwas sagen möchte“, so das Stadtoberhaupt, „deshalb wünsche ich Ihnen einen schönen Tag und guten Appetit“. Auch Stadtverordnetenvorsteher Heinrich Löwer wollte die heitere Stimmung nicht mit einer langen Rede trüben, drückte jedoch den Organisatoren seinen Dank aus.

„Da steckt viel Arbeit drin, und ihr habt das toll organisiert“, lobte er. Rund 60 Helfer waren gestern für den Grenzgang im Einsatz und sorgten für einen geordneten Ablauf. Koordinator Ludwig Schneider, Vorsitzender des Geselligkeitsvereins DZ Ockershausen, zeigte sich dementsprechend zufrieden. Beim letzten Grenzgangfest im Jahr 2007 seien nur ungefähr 250 Menschen bei der Wanderung dabei gewesen.

Anders als erwartet, blieb es fast trocken

„Unser Ziel ist es, dass die Ockershäuser sich untereinander besser kennen lernen und dabei noch etwas über ihren Stadtteil erfahren“, so der ehemalige Ortsvorsteher. „Daher sei es umso schöner, wenn die Aktion auf großes Interesse stoße. Neben einigen älteren Menschen waren auch viele Jugendliche und Familien mit Kindern anwesend, so dass ein breites Spektrum an Wanderern vertreten war.

„Es ist aber auch toll, dass das Wetter so mitspielt“, sagte Schneider. Entgegen der Prognose vom Vortag blieb es tatsächlich über weite Strecken der Wanderung trocken und darüber hinaus sogar warm. Bei strahlendem Sonnenschein machten sich die Teilnehmer auf den Rückweg, der über den „Hasenkopf“, durch den Stadtwald bis hinunter zur „Dreyersquelle“ führte. Unterwegs erzählte zudem Renate Bastian vom Heimat- und Geschichtsverein immer wieder kleine Anekdoten.

Birnenschnaps heißt Lahnwasser

Von der „Dreyersquelle“ aus machten sich die Grenzgänger auf den Weg Richtung Lahn, wo sie schließlich eine „Lahntaufe“ erhielten. „Das hat keinen Hintergrund, es ist einfach nur ein Gag“, sagte Ludwig Schneider zu der Zeremonie. Die „Lahnnixe“ Norbert Allhenn spritzte bei einsetzendem Regen ein wenig Wasser auf die Anwesenden und spendierte ihnen einen Birnenschnaps, der als „Lahnwasser“ gepriesen wurde. Abschließend gab es auf dem Festplatz an der „Alten Schule“ Live-Musik vom Blasorchester des TSV Ockershausen sowie am Nachmittag von der Band „Die Momberger“.

„Am Donnerstag gibt es eher volkstümliche Musik, am Freitag eher Rock und Pop“, wies Ludwig Schneider auf den heutigen Tag hin. Um 15 Uhr gibt es einen „Grenzgangkaffee“ in der Alten Schule unter anderem mit Kinderunterhaltung durch die Ockershäuser Feuerwehr. Am Abend spielt zunächst ein DJ und anschließend die Band „Phunkophonic“.

von Peter Gassner

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