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„Lahntal total“ soll 2015 zurückkehren

Neuauflage „Lahntal total“ soll 2015 zurückkehren

Zum dritten Mal in Folge wird „Lahntal Total“ nicht stattfinden. Doch die Kreise Siegen-Wittgenstein und Marburg-Biedenkopf wollen an dem beliebten Rad-Aktionstag festhalten und planen die Neuauflage für den letzten Sonntag im Juli 2015.

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„Das Wetter ist toll, es könnte sofort losgehen“, fand Landrätin Kirsten Fründt (Zweite von links). Den Aktionstag wiederbeleben wollen außerdem Hartmut Reiße (Tour Marburg-Biedenkopf), Landrat Paul Breuer, Roswitha Still (Tourismusverband Siegen-Wittgenstein), Bürgermeister Torsten Spillmann (Bad Laasphe) und Ortsvorsteherin Waltraud Schäfer (Niederlaasphe).

Quelle: Benedikt Bernshausen

Niederlaasphe. In jedem Jahr folgten zehntausende Menschen der Einladung und bevölkerten für Stunden die Hauptverkehrswege zwischen Feudingen und Marburg mit Fahrrädern, Inline-Skates oder Tretrollern. Seit 2006 „feierten“ die benachbarten Landkreise den besonderen Aktionstag als autofreien Sonntag entlang der gemeinsamen Lebensader: der Lahn.

Sechs Mal fand „Lahntal Total“ seither statt. Von Jahr zu Jahr wuchs die Begeisterung der Menschen, die vermehrt auch aus dem Ruhrgebiet sowie dem Regionen Rain-Main und Kassel anreisten. Zu den besten Zeiten, so schätzten damals die Veranstalter, seien 100000 Menschen auf der Strecke gewesen. Doch in diesem Jahr wird „Lahntal Total“ bereits zum dritten Mal in Folge nicht stattfinden. Während 2012 noch Baustellen entlang der Strecke der Grund für den Ausfall waren, liegt es seitdem in der eingestellten finanziellen Förderung durch das Land Hessen.

Insgesamt kostet die Landkreise das Großereignis rund 50000 Euro, die für Absperrungen, Umleitungen und Genehmigungen anfallen. Marburg-Biedenkopf schultert vier Fünftel, Siegen-Wittgenstein ein Fünftel der Kosten. Grund für die ungleiche Verteilung ist der Streckenverlauf. Von der rund 50 Kilometer langen Aktionsroute, verlaufen nur etwa 15 Kilometer durch Wittgenstein. Bis zum Jahr 2011 unterstützte das Land Hessen seinen Landkreis, indem es 75 Prozent - rund 30000 Euro - des Anteils übernahm.

Ausfallen mussten die Aktionstage danach, weil der Landkreis das Geld aus eigener Kraft nicht aufbringen konnte. Doch Landrätin Kirsten Fründt betont: „Lahntal Total ist eine Aktion, auf die wir nicht verzichten wollen.“ Die Veranstaltung bringe Menschen zusammen und erlaube einen Blick auf die Landschaft aus einer Perspektive, die vielen sonst verwehrt bleibe, so Fründt. Bad Laasphes Bürgermeister Dr. Torsten Spillmann fasst zusammen: „Es ist ein sportliches Familienfest mit Natur- und Erlebnischarakter.“ Das unterstreicht Landrat Paul Breuer, der zudem daran erinnert, dass vor allem die örtlichen Vereine mit der Einrichtung von Raststationen oder der Ausrichtung kleiner Feste immer maßgeblich zum Erfolg beigetragen hatten - ein gutes Beispiel sei Niederlaasphe. Waltraud Schäfer, Ortsvorsteherin im Grenzdorf, weiß: „Dass Lahntal Total zuletzt nicht stattfand, wurde von vielen sehr bedauert.“ Und eben auch von den Vereinen, die mit der Veranstaltung wichtiges Geld für die Vereinskasse verdienen konnten.

Kreise wollen es auch ohne Landesmittel schaffen

Unbestritten ist, dass die Aktion ein gutes Marketinginstrument für die heimischen Radwege sei, unterstrich Marburg-Biedenkopfs Touristik-Chef Hartmut Reiße. Tatsächlich seien im Oberen Lahntal am Veranstaltungswochenende auch die Übernachtungszahlen stark gestiegen, ergänzte seine Siegener Kollegin Roswitha Still. „Und deshalb wollen wir die Aktion nicht sterben lassen“, betonte Breuer. Schließlich hatten beide Landräte vor einem Monat gemeinsam überlegt, ob und wie eine Wiederbelebung von „Lahntal Total“ gelingen könne - aus eigenen Kraftanstrengungen der Kreise heraus. Noch laufen die Planungen, doch erste Ideen stehen im Raum: Möglich wäre es, im nächsten Jahr die Veranstaltung zunächst in kleinerem Umfang anzubieten - mit Streckensperrungen zwischen Feudingen und Biedenkopf. „Wir sehen das als ersten Schritt, halten uns aber noch offen, wie wir das in Zukunft gestalten“, erklärte Kirsten Fründt. Denn auch die Option, heimische Unternehmen als Sponsoren ins Boot zu holen, ist Thema in den Kreishäusern. Jeder, der wolle, sei herzlich eingeladen, einen Beitrag zu leisten und sich zu präsentieren, sagte Breuer. Denkbar sei in dem Zusammenhang, „Lahntal Total“ dann gezielt auch als Firmen-Ereignis für die Mitarbeiter und ihre Familien, zu bewerben. Interessierte Unternehmen könnten auf die Kreise zugehen - ebenso wollen die Kreise den Kontakt zur Wirtschaft suchen. Ein Pfund, auf das die Verantwortlichen aber wohl in jedem Fall setzten können, ist das Engagement der Leute, der Vereine vor Ort.

Im nächsten Vierteljahr sollen die Pläne konkretisiert und vorgestellt werden. Mit dem Termim am Dienstag setzten die Macher ein erstes Zeichen. Fründt: „Wir wollen signalisieren, dass wir Lahntal Total wieder aufleben lassen.“

von Benedikt Bernshausen

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