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Lärmbelastung unter Zimmerlautstärke

Windkraft-Information Lärmbelastung unter Zimmerlautstärke

Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) und Stadtwerke-Geschäftsführer Rainer Kühne informierten in Cappel über die Windkraftpläne.

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Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne) und Stadtwerke-Geschäftsführer Rainer Kühne informierten in Cappel über die Windkraftpläne.

Quelle: Arnd Hartmann

Marburg. Bürgermeister Kahle berichtete zu Beginn von den seit drei Jahren unternommenen Anstrengungen der Windkraftanlagenausweisung. Nach den Beschlüssen der Stadtverordnetenversammlung sowie des Regierungspräsidiums in Gießen entfielen auf drei mögliche Flächen im Stadtgebiet die Windenergienutzung.

„Wir haben uns früh mit dem Regierungspräsidium in Verbindung gesetzt“, sagte Kahle. Die Kooperation mit dem Landesbetrieb Hessen-Forst begünstigte durch eine Pachtvereinbarung am Ende den Standort am „Lichter Küppel“.

„Ein Großteil der Planungsarbeiten ist fast abgeschlossen - ich muss aber kein Prophet sein, um zu wissen, dass die Umsetzung schwierig wird“, sagte Kahle. Mit großen Erwartungen soll daher die Bürgerbefragung im Mai allen Bürgern ab dem 16.Lebensjahr die Mitbestimmung über den Bau zusichern. „Wir hoffen auf ein starkes Votum der Bürgerinnen und Bürger“, so Kahle. Er sagte zu, bei einem negativen Votum würden die Stadtwerke ihre Planungen sofort einstellen.

Kühne berichtete, dass maximal zwei getrennte Anlagen des Typs „Nordex N117“ auf einem fußballfeldgroßen Areal mit 140 Metern Höhe im Mindestabstand von 1000 Metern zur nächstgelegenen Wohnbebauung errichtet werden sollen.

Laut dem umfangreichen Leitfaden zur Errichtung von Windkraftanlagen sollen folgende Gutachten bis Herbst 2015 fertiggestellt werden: Landschaftsbildbewertung, avifaunistisches Gutachten, archäologisches Gutachten, tierökologisches Gutachten, landschaftspflegerischer Begleitplan und ein abschließendes Bodengutachten.

Kein angrenzendes Wohngebiet soll über 35 Dezibel belastet werden, was unterhalb der Zimmerlautstärke liegt. Auch der Mindestabstand zur Klinik Sonnenblick sei bei einem Abstand von 1261 Metern gewährleistet.

Schattenwurf, Vogelschlag und einhergehende Biotopumgestaltung durch Rodung boten während der anschließenden Fragerunde Diskussionsstoff.

An 0,1 bis 10 Stunden im Jahr wird der Schattenwurf der Anlagen voraussichtlich bei Sonnenaufgang und Untergang für bestimmte Teilgebiete wahrnehmbar sein. Eine weitere Großvogelerfassung werde im Frühjahr weitere Erkenntnisse bringen. „Die Bodenmulchung war für archäologische Untersuchungen der Hügelgräber notwendig“, sagte Kühne. Bei der anschließenden Verlegung von Elektroleitungen sollen umweltschonende Bohrverfahren zum Einsatz kommen und existierende Waldschneisen genutzt werden.

Nach Wunsch der Bauplaner sollen künftig 5000 Haushalte pro Jahr bei einer 25-jährigen Betriebszeit mit Energie versorgt werden können. „Wir wollen damit gern Ende 2016 in Betrieb gehen“, so Kühne.

von Arnd Hartmann

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