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Lachen ist die beste Medizin

Clowndoktoren besuchen Uni-Kinderklinik Lachen ist die beste Medizin

Echtes Zirkusfeeling herrschte in der Uni-Kinderklinik. Die Clowndoktoren kamen zur Visite und brachten eine ganz besondere „Medizin“ mit.

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Einer der beiden Clowndoktoren ließ sich von seiner Kollegin mit einer ganz besonderen Medizin behandeln: dem Lachen.

Quelle: Ina Tannert

Marburg. Über eine waschechte Clowntherapie von „Doktor Pustekuchen“ und „Doktor Löwenzahn“ freuten sich zahlreiche kleine Patienten der Kinderstation, die aus dem Lachen gar nicht mehr heraus kamen. Mit Geige und Trommel, Seifenblasen und Jonglierkunst vertrieben die Clowndoktoren einen Vormittag lang die Langeweile im Klinikalltag und heiterten Kinder, Eltern und Mitarbeiter auf. Mit fröhlicher Musik lockten sie zahlreiche Zuschauer an, sangen und tanzten für die kleinen Patienten und ließen die Jonglierkeulen rund um das Krankenbett mitten im Klinikfoyer hin- und herfliegen.

Ausgiebig wurde das lachende Publikum mit einbezogen, diente mal als Kleiderständer oder Krankenschwester und auch Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) hatte seine pflegerischen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Im Publikum sorgte die fröhliche „Visite“ der beiden bunt bemalten Clowns, alias Schauspieler Stefan Vogel und Musikerin Elisa Friedrich, für jede Menge Lachsalven. „Die sind lustig, ich mag Clowns“, fand etwa die kleine Patientin Felicitas.

Spaßmacher halten zweimal pro Woche Visite

Die rotnasigen Spaßmacher sind zwar keine Ärzte, dafür professionelle Künstler und in der Kinderklinik bereits gut bekannt. Am „Tag der Clowndoktoren“ machen sie gemeinsam mit zahlreichen Kollegen an verschiedenen Aktionsorten auf einen bewährten Betreuungsdienst aufmerksam: Seit mehr als 20 Jahren sind die Mitglieder des Vereins „Clowndoktoren“ in zahlreichen Krankenhäusern, Seniorenheimen und Kinderhospizen im Rhein-Main-Gebiet im Einsatz, seit 2002 auch in der Kinderklinik am Marburger Uniklinikum.

Zweimal die Woche besuchen die Künstler die großen und vor allem kleinen Patienten am Krankenbett, heitern sie auf und lenken sie mit Scherzen, Geschichten und Showeinlagen ab. Die bunten „Doktoren“ begleiten die Kinder beim Genesungsprozess und vertreiben mit lustigen Gags für eine Zeit Eintönigkeit und Sorgen aus dem Krankenzimmer.

Mittlerweile sind rund 30 besonders geschulte Künstler ehrenamtlich als Clowndoktoren im Einsatz. Dabei geht es nicht nur um Witz und Albernheiten: „Es geht uns nicht um Schenkelklopfer – wir wollen berühren, die Farbe und Atmosphäre im Krankenzimmer verändern“, sagt Künstlerin Gina Krüger.

Gute Stimmung unterstützt Heilungsprozess

Um die Erkrankten für einen Moment aus dem Klinikalltag zu holen, legen sich die Künstler bei Showeinlagen und Improvisation kräftig ins Zeug, und das hat einen besonderen Effekt: Eine gute Stimmung auf der Station und positive Einstellung der Patienten fördern den Heilungsprozess und unterstützt die Therapie. „Lachen ist eben die beste Medizin“, sagen die Clowndoktoren.

Für ihre regelmäßigen Auftritte arbeiten die Künstler seit Jahren eng mit Ärzten, Pädagogen und dem Klinikpersonal zusammen. Die Clown-Visiten werden dabei ausschließlich über Spenden finanziert.

von Ina Tannert

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