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Lachen ist die beste Medizin

Kinder-Radio Lachen ist die beste Medizin

Großer Rummel herrschte am Freitag im Uniklinikum. Comedian Bülent Ceylan war gekommen, um ein Projekt vorzustellen, das kranken Kindern während ihres Aufenthaltes ein wenig Spaß im langweiligen Klinikalltag bereiten soll.

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Starker Andrang – ob durch die Medienvertreter im Aufnahmestudio oder die Fans des Comedians bei der Autogrammjagd.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Als Bülent Ceylan die Flure des Universitätsklinikums betrat, bildete sich sofort eine Menschentraube. Nicht nur einige Journalisten waren gekommen, um sich mit ihm über das Projekt zu unterhalten, dessen Schirmherrschaft er übernommen hat. Auch zahlreiche Patienten und Klinik-Angestellte drängten sich, um ein Autogramm zu erhalten oder ein Foto mit dem türkischstämmigen Komiker zu schießen. Doch worum es an diesem Nachmittag geht, „ist nicht, dass mein Name nachher in den Medien auftaucht, sondern dass wir unser Radioprojekt vorstellen“, sagt Ceylan.

„Gute Laune hilft beim Heilen“, ist das Motto mit dem das „Radio MfK-Büli Marburg“ auf Sendung geht. Es handelt sich um ein Mitmach-Projekt, bei dem das Programm von kranken Kindern für kranke Kinder erstellt werden soll. Ein „Expertenteam“ aus Schülern der Klasse 9c der Martin-Luther-Schule hilft bei der Programmgestaltung sowie dem technischen Ablauf bei der Aufnahme. Vermutlich zweimal pro Woche soll das, was von den Kindern selbst erstellt worden ist, über den neuen Sender in die Zimmer auf der Station übertragen werden.




 
 
 
 
 
 
 
 
 


Die Idee für das Projekt hat Ceylan aus seiner Heimatstadt Mannheim mitgebracht. In der dortigen Klinik hat ein Kinderradio bereits starken Anklang gefunden. So sehr, dass der Comedian das Konzept deutschlandweit etablieren möchte. Beim Verein Menschen für Kinder (MfK) rannte er damit offene Türen ein. Mit der finanziellen Unterstützung des Vereins konnte das notwendige Aufnahmestudio in Marburg realisiert werden.

„Kinder sind unsere Zukunft“, sagt Ceylan. „Und das Schlimmste für Kinder ist Langeweile.“ Daher, so ist er überzeugt, kann ihnen das Projekt aktiv helfen, indem es sie zum Lachen bringt. Denn durch Spaß „machen wir die Kinder ein Stück gesünder“. Der Aufenthalt in einer Klinik sei mit einem nur wenig abwechslungsreichen Tagesablauf verbunden. „Kinder brauchen Ablenkung“, ist der Deutsch-Türke jedoch überzeugt und diese Ablenkung soll nicht nur durch das Hören, sondern auch durch das Mitmachen beim Radioprogramm erzeugt werden. Nicht zuletzt aus eigener Erfahrung weiß Ceylan: „Es ist ein tolles Erlebnis, wenn man sich zum ersten Mal selbst im Radio hört.“

In den kommenden Wochen soll der Sendebetrieb erst einmal langsam anlaufen, denn nachdem das Projekt aus der Taufe gehoben wurde, müssen nun zunächst die ersten Beiträge produziert werden. Dann, so ist sich der Leiter der Kinderklinik Professor Rolf Maier sicher, sei mit MfK-Büli Marburg dafür gesorgt, „dass wir nicht nur eine umfassende medizinische Versorgung anbieten können, sondern auch etwas, das den Klinikalltag für die Kinder verkürzt“. Der Aufenthalt in einem Krankenhaus sei schließlich einerseits „mit Leid und Schmerz verbunden“, darüber hinaus bestehe aber auch die Notwendigkeit, die kleinen Patienten „zu unterstützen, zu begleiten und aufzubauen“.

Riesiger Rummel herrschte gestern im Uniklinikum. Comedian Bülent Ceylan war gekommen, um ein Projekt vorzustellen, das kranken Kindern während ihres Aufenthaltes ein wenig Spaß im langweiligen Klinikalltag bereiten soll.

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Dieses Ziel verfolgt auch Michael Fink, Lehrer der Martin-Luther-Schule mit seinen Schülern. „Wir machen bei solchen Medienprojekten mit, weil wir es wichtig finden, dass Menschen mit Medien umgehen können“, sagt er. Des Weiteren habe das Projekt aber „natürlich auch einen sozialen Aspekt“. Er freue sich über die Teilnahme seiner Schüler, denn die setze eine Menge an Einsatz voraus. Philipp Nassauer aus der 9c betont, dass es sich dennoch um eine reizvolle Aufgabe handele. „Für uns ist es natürlich toll, so viel Verantwortung zu übernehmen“, sagt er. „Wir wollen es den Kindern hier schöner machen, damit die Zeit hier für sie leichter vorbeigeht.“

Nicht immer ein leichtes Unterfangen, wie auch der nach außen dauer-fröhliche Comedian gesteht, der im Anschluss noch einige Geschenke auf der Station verteilte. „Manchmal tut es wirklich weh, Kinder so krank zu sehen“, gesteht er. „Trotzdem muss man dann aber noch witzig sein, um sie aufzuheitern.“ Dass er dies immer wieder versucht, ist für ihn „eine Frage der Erziehung“. „Eigentlich“, so sagt er, „sollten Besuche hier eine Verpflichtung für jeden Prominenten sein, der gerade in der Nähe ist.“ Er selbst zumindest möchte in Zukunft noch häufiger in die Kinderklinik nach Marburg kommen.

von Peter Gassner

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