Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
Kurden hoffen auf eigenen Staat

Nordirak Kurden hoffen auf eigenen Staat

Der Marburger Kurde Farhad Karem glaubt, dass die Ausrufung eines souveränen kurdischen Staats im Norden Iraks unmittelbar bevorsteht.

Voriger Artikel
Auswahl für die Bewohner schrumpft
Nächster Artikel
Die Lichtstimmung ist entscheidend

Shakehands: Necirvan Barzani, Ministerpräsident der kurdischen Autonomieregion im Nordirak, und der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu.

Quelle: dpa

Marburg. Die Lage in den kurdischen Gebieten in der Türkei, in Syrien und im Irak spitzt sich militärisch wie politisch zu – und sie wird von Tag zu Tag undurchsichtiger.

Der Marburger Farhad Karem,  Mitglied des Kurdischen Kulturzentrums und der Demokratischen Partei Kurdistans, glaubt dennoch, dass angesichts der jüngsten militärischen Niederlagen des IS in der Region der Weg zu einem eigenen kurdischen Staat im Norden des Irak unumkehrbar ist.

Karem berichtet, dass bei einem Besuch von Necirvan Barzani, dem Ministerpräsidenten der autonomen Region Kurdistan im Norden des Irak, in der Türkei erstmals die kurdische Fahne gehisst wurde – eine Geste von ungeheurer Symbolkraft, denn die Gründung einer kurdischen Autonomieregion in der Türkei lehnt Präsident Recep Tayyip Erdogan kategorisch ab – vor allem wegen der PKK, der die türkische Regierung den Krieg erklärt hat.

Offenbar gibt es inzwischen erhebliche Differenzen zwischen der PKK und den anderen kurdischen Parteien wie der Demokratischen Partei Kurdistans. Das betrifft nicht nur den militärischen Umgang mit dem IS, sondern auch die Frage, wie das Verhältnis der Kurden zum syrischen Machthaber Baschar al-Assad ist. Die Differenzen sind inzwischen so groß, dass Präsident Masud Barzani die PKK aufgefordert hat, den Nordirak zu verlassen. Andersherum wird Barzani vorgeworfen, lediglich ein „Anhängsel“ der Türkei im Nordirak zu sein.

Barzani lässt, so berichtet Karem, derweil eine Befestigungsanlage zwischen der autonomen Region Kurdistan und dem Irak bauen. Dies sei zum einen eine Reaktion darauf, dass die Kurdenregion „von Bagdad keinen Cent“ bekommt. Zum anderen, so Karem, kontrolliere der Iran ohnehin 90 Prozent des irakischen Gebiets in der Mitte und im Süden. „90 Prozent unseres Gebiets sind befreit“, sagt Karem über die Lage im Norden Iraks.

Die irakischen Kurden als Verbündete der Nato-Staaten im Kampf gegen den IS erwarten nun Unterstützung bei der Ausrufung eines eigenen Staates.

von Till Conrad

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr