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Kurden-Demo gegen IS und Türkei

Protest Kurden-Demo gegen IS und Türkei

Rund 80 Marburger Kurden haben am Freitag gegen den Terror des ­Islamischen Staats (IS) und die Politik der Türkei sowie der Reaktion Deutschlands protestiert.

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Kurden-Demonstration: Rojava ist der kurdische Teil Syriens, in dem Kobane liegt. Foto: Björn Wisker

Marburg. Hauptbahnhof, Rudolphsplatz, Universitäts-straße: Rund 80 Aktivisten verlangen ein entschlossenes Vorgehen gegen den IS in Kobane und fordern eine Änderung der deutschen Türkeipolitik. Die Demonstranten, unter anderem vom Verband der Studierenden aus Kurdistan (YXK Marburg) rufen Parolen wie „Salafisten - Mörder und Faschisten“, „Freiheit für Kurdistan“, „Schluss mit dem Massaker in Kobane“.

„Es ist so schlimm, was dort geschieht. Wie weit muss es noch kommen, was muss noch passieren?“, fragt Meyem Esmer. „Die Türkei macht für kurdische Organisationen die Grenze nach Syrien dicht. Darunter leiden nicht nur Flüchtlinge, die in die Türkei wollen, sondern auch Kämpfer, die bereit sind nach Kobane zu gehen und die Selbstverteidigung zu verstärken“, sagt Azad Serxwebun. Die Bundesregierung nehme „falsche Rücksicht auf ihren Nato-Partner Türkei“, heißt es von Demonstranten.

Forderung an SPD

Die als Terrorgruppe eingestufte kurdische Bewegung PKK werde kaum unterstützt, obwohl sie derzeit als einzige effektiv gegen den IS vorgehe. Stattdessen hätten kurdische Aktivisten auch in Deutschland unter den Konsequenzen des PKK-Verbotes zu leiden, kritisiert etwa Gerda Maler von der Gruppe Dissident. Auf Fahnen zeigten Demonstranten den seit 1999 inhaftierten Vorsitzenden der PKK, Abdullah Öcalan.

Die Kurden fordern auch die SPD während des Parteitags in Moischt am Freitagabend auf, eine Position zu den Themen zu finden. Die Sozialdemokraten wollen die Forderungen an die SPD-Bundestagsfraktion übermitteln, nachdem bereits am Donnerstag das Parteibüro von Kurden besetzt wurde.

In Marburg verlief die Demo friedlich - in Hamburg hingegen kam es in dieser Woche zu gewaltsamen Ausschreitungen.

von Björn Wisker

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