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Kunst live am Bahnhof und im Annapark

Kirchhainer Bildhauersymposium Kunst live am Bahnhof und im Annapark

Zwischen dem 30. August und dem 6. September können die Kirchhainer miterleben, wie in ihrer Stadt fünf Groß-Skulpturen entstehen. Von diesen wird zumindest eine in der Stadt bleiben.

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„pencil woods“ nennt Irene Anton ihre Installation überdimensionierter Farbstift-Skulpturen, mit der sich die Berlinerin am Kirchhainer Bildhauersymposium beteiligen wird. Die Künstlerin wird im Annapark an dem Werk arbeiten. Repro: Kerstin Ebert

Kirchhain. Möglich macht dies das erste Kirchhainer Bildhauersymposium, zu dem der Magistrat fünf von einer Jury ausgewählte Künstlerinnen und Künstler ausgewählt hat (diese Zeitung berichtete). Vier der eingeladenen Bildhauer haben inzwischen Kirchhain besucht, dabei die Stadt und sich untereinander kennengelernt.

„Es war ein schönes Treffen in zwangloser Atmosphäre“, berichtete Bürgermeister Jochen Kirchner (parteilos) im Gespräch mit der OP. Die Künstler hätten sich auf Anhieb verstanden und sich darauf geeinigt, die Zeit in Kirchhain gemeinsam in von der Stadt angemieteten Ferienwohnungen zu verbringen.

Außerdem legten die Bildhauer fest, wo sie die Woche über an ihren Werken arbeiten werden. Dieses sind, so der Bürgermeister, zwei Standorte. „Christian Heß aus Bayern und Irene Anton aus Berlin arbeiten beide im Annapark; die drei anderen haben sich für den neuen Platz am Bahnhof entschieden“, erklärte Kirchner. Die „Anderen“ sind der Münchner Heiko Börner, die Südhessin Ortrud Sturm aus Rödermark und die Bulgarin Michaela Kamenova, die wegen der weiten Anreise aus Sofia als Einzige auf die Teilnahme an dem Vortreffen verzichtet hatte.

Am Ende des Symposiums, das am 30. August im Bürgersaal des Rathauses festlich eröffnet wird, werden die Kirchhainer Bürger gemeinsam mit der Jury die schönste Skulptur küren, die dann für den Kirchhainer Skulpturenpfad angekauft wird. Jochen Kirchner erwartet nach dem Studium der eingereichten Entwürfe, dass nach dem Symposium mehr als eine Skulptur in der Stadt bleiben wird und begründet dies mit der außergewöhnlichen Qualität der Entwürfe. Die Stadt habe für die Künstler persönliche Sponsoren gewonnen, die diese mit Material und zum Teil auch mit Werkzeug versorgten. Für die Sponsoren könne der Ankauf der von „ihren“ Künstlern geschaffenen Arbeiten interessant sein.

Die OP wird die beteiligten Bildhauerinnen und Bildhauer und deren Entwürfe in einer kleinen Artikelreihe vorstellen. Der erste Beitrag widmet sich Irene Anton.

Ein Kunstwerkzum Herumtollen

Ab dem 31. August können die Kirchhainerinnen und Kirchhainer im Annapark Irene Anton bei ihrer Arbeit an der Groß-Skulptur „pencil woods“ zuschauen. Die aus Darmstadt stammende Wahl-Berlinerin beschreibt ihren Entwurf so: „Bei den pencil woods handelt es sich um eine spielerische Installation überdimensionierter Farbstiftskulpturen, an der insbesondere Kinder ihre Freude haben können, wenn sie um sie und in ihr herumtollen können. Die Farbstifte stehen hierbei für Kreativität und vermitteln durch ihre vergrößerte Dimension und Anordnung den Eindruck einer wachsenden Skulptur und einer Sinnlichkeit, die sie im Kleinen nicht in dieser Form haben, auch wenn man sie normalerweise unmittelbar in den Händen hält.“

Ihre Farbstifte sollen kristallartig und in unterschiedlichen Längen zwischen einem und zwei Meter Länge aus dem Boden herauswachsen. Sie verwendet Holzpflöcke, die mit Hilfe von Erdbohrern im Boden verankert, abgeschliffen, angespitzt und lackiert werden.

Die Künstlerin studierte zwischen 1986 und 2005 an verschiedenen Akademien und Kunsthochschulen. Sie ist unter anderem diplomierte Bekleidungs- und Textildesignerin..

Ihre Arbeiten präsentierte sie in verschiedenen Einzelausstellungen in Berlin, Spanien, Belgien, Österreich, Litauen und Costa Rica. Außerdem beteiligte sie sich an zahlreichen Gruppenausstellungen und Symposien in Deutschland, Europa und in Übersee und schuf Auftragsarbeiten für ein Musik-Festival in der Slowakei und für das Technikmuseum Berlin.

In den vergangenen Jahren wurde Irene Anton regelmäßig mit Kunstpreisen ausgezeichnet. Außerdem erhielt sie mehrere Förderungen und Stipendien.

n Internet: www.irene-anton.de

von Matthias Mayer

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