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Kunden beklagen lahmes Handynetz

Mobiles Internet Kunden beklagen lahmes Handynetz

Qualitätsproblem in Marburgs Handynetz: Kunden leiden unter lahmen Geschwindigkeiten bei der Nutzung von mobilem Internet. Von 100 untersuchten Städten in Deutschland landet die Universitätsstadt auf dem letzten Platz.

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Anrufen, Surfen im Internet, Datenaustausch: In Marburg ist das problematischer als anderswo. Fotos: Annika Sikorra und Archiv

Quelle: Sebastian Kahnert

Marburg. Die Zeitschrift Computer-Bild hat die deutschen Mobilfunknetze auf den Prüfstand gestellt. Mit Hilfe der sogenannten Netz-Test-App wurden die Netze der Anbieter Telekom, Vodafone, E-Plus und O2 in 100 deutschen Städten verglichen. Ein halbes Jahr hat die Zeitschrift nach eigenen Angaben rund 18 Millionen Daten- und 16 Millionen Telefonverbindungen von etwa 60 000 Nutzern aus der ganzen Bundesrepublik ausgewertet - darunter auch rund 150 aus der Universitätsstadt, wie die Tester auf OP-Nachfrage mitteilen.

Im Test landet Marburg von 100 Städten auf dem letzten Platz. Der Geschwindigkeits-Durchschnitt aller Anbieter beim mobilen Surfen im Internet - Stichwort UMTS - ist hier am schlechtesten. „Ich surfe hier nur so mittelschnell. Wenn ich von hohen Häusern umgeben bin, merke ich, dass das Netz nicht so prall ist“, sagt Manuel Campbell (27, Foto oben), Sozialarbeiter und Telekom-Kunde. Die meisten Teilnehmer aus der Stadt sind nach Angaben der Tester E-Plus-Kunden. „Das ist sehr typisch. Offenbar sind sich gerade E-Plus-Nutzer nicht so sicher, was ihre Netzqualität betrifft“, sagt Michael Link, Redakteur der Zeitschrift. Am schnellsten surfen in Marburg Telekom-Kunden mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von 8621 Kilobit pro Sekunde (kbps), dicht gefolgt von E-Plus mit 7247 kbps. Schlusslichter sind Vodafone mit 5865 kbps und O2 mit 2982 kbps.

Die Turbo-Stadt des Mobilfunktests ist Heilbronn (124 000 Einwohner). Dort erreichen Telekom-Kunden ein Download-Tempo von 40 704 kbps. E-Plus (16 446 kbps), O2 (13 983 kbps) und Vodafone (8667 kbps) bieten auch deutlich schnellere Geschwindigkeiten als in Marburg.

Auf den Lahnbergen kaum Empfang

„In der Stadt klappt es mit dem Netz noch ganz gut. Auf den Lahnbergen habe ich aber etwa kaum Empfang. Ins Internet gehen kann ich dort nicht“, sagt Silvia Lukas (25, Foto oben), Physiotherapeutin und Voda-fone-Kundin.

Bei Vodafone rätselt man über die Gründe für die schlechten Testwerte. Sprecher Dirk Ellenbeck vermutet, dass das Ergebnis des Netztest an den Tarifen der Kunden liegt: „Da Marburg viele Studenten hat, kann es sein, dass vor allem günstige Tarife genommen werden. Mit denen kann man natürlich nicht alles ausschöpfen, was das Vodafone-Netz theoretisch kann.“

Larissa Thalmann (24, Foto links unten), Studentin und E-Plus-Kundin, sagt: „Zum Glück habe ich zuhause und in der Uni W-Lan. Das mobile Surfen funktioniert bei mir ganz okay. Der Empfang in meinem Zimmer ist ziemlich schlecht.“ Ähnlich E-Plus-Prepaidkundin Michelle Damm (19, Foto oben): „In meinem Flur habe ich keinen Empfang“, sagt die Studentin.

Bei O2 kommt das geringe Surf-Tempo daher, dass in der Universitätsstadt noch kein LTE, der Mobilfunkstandard der vierten Generation (4G), verfügbar sei. „Die Geschwindigkeit erlaubt dennoch alle Leistungen von Internetsurfen bis hin zum YouTube-Streaming“, sagt Ursula Liliana Buczek, Unternehmenssprecherin.

„Wir planen, das Netz in Marburg weiter zu verbessern. Dem Bau einer Mobilfunkanlage muss immer die Kommune zustimmen. In Marburg haben wir mit Denkmal- und Umweltschutz zu kämpfen“, sagt George McKinney, Pressesprecher der Telekom. Eine Kommune gelte bereits mit zwei Megabit pro Sekunde (Mbps) als versorgt, sagt er. „Acht Mbps pro Sekunde sind also eine Menge.“

„Ich habe überhaupt keine Probleme. Sowohl das Surfen als auch Telefonieren funktioniert sehr gut“, sagt Barbara Sarama (37, Foto rechts), Pflegehilfe und Telekom-Kundin.

Die Qualität der Netzte, das sichern alle Mobilfunkanbieter zu, solle in den nächsten Jahren spürbar voranschreiten.

Wie sind Ihre Erfahrungen mit der Gesprächs- und Downloadqualität in Marburg? Schreiben Sie uns Ihre Meinung, einen Leserbrief via Email: marburg@op-marburg.de

von Björn Wisker und Annika Sikorra

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