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Kulturerbeliste: Langer Atem notwendig

Unesco-Weltkulturerbe Kulturerbeliste: Langer Atem notwendig

Wie geht es weiter mit der Bewerbung Marburgs um die Aufnahme in die Weltkulturerbeliste? Jetzt ist die Kultusministerkonferenz am Zug. Aber das Verfahren zieht sich noch sehr lange hin.

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Einer der Türme der Philosophischen Fakultät der Marburger Universität steht vor dem Hintergrund der Marburg-Silhouette mit dem Schloss: Als historisch gewachsene Universitätsstadt bewirbt sich Marburg um den Titel Weltkulturerbestätte.Foto: Nadine Weigel

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. „Eventuell noch vor der Sommerpause“ solle es ein erstes Treffen der Kultusministerkonferenz zur Frage der neuen deutschen Vorschlagsliste (Tentativliste) für das Unesco-Weltkulturerbe geben. Das hoffte der Marburger Kulturamtsleiter Richard Laufner auf Anfrage der OP. Diese Information brachte Laufner mit von einer Tagung in Frankfurt zum Thema „Weltkulturerbe und Hessen“. Zuvor war man im Marburger Rathaus noch davon ausgegangen, dass eine Beratung der Kultusministerkonferenz (KMK) über die Liste sogar im Februar stattfinden werde. Marburg ist als historische Universitätsstadt (gemeinsam mit Tübingen) ebenso wie Darmstadt (Mathildenhöhe) und Wiesbaden (Kurbad) einer von drei Vorschlägen der hessischen Landesregierung für die neu aufzustellende Liste, für die auch die anderen Bundesländer Vorschläge einreichen. Im August 2012 war Marburg von der Landesregierung nominiert worden.

Doch Marburg braucht genauso wie die beiden anderen hessischen Städte noch einen sehr langen Atem, bis es eventuell einmal einen Platz auf der Unesco-Weltkulturerbeliste erhält. Das geht aus einer Anfrage der OP an die Kultusministerkonferenz hervor.

Demnach werden die drei hessischen Anträge und weitere 28 Anträge aus den übrigen Bundesländern gemäß einem Beschluss der KMK in den kommenden Monaten evaluiert. „Der dafür zuständige Fachbeirat hat sich soeben ­konstituiert und seine Arbeit aufgenommen“, erläuterte Sylvia Schill, Pressesprecherin der Kultusministerkonferenz in Berlin.

Das Ergebnis der Überprüfung und Bewertung durch den Beirat soll dann im Frühjahr 2014 der Kultusministerkonferenz vorgelegt werden. Erst voraussichtlich Ende 2014 wird die KMK über die neue Tentativliste beschließen.

Bis dahin und darüber hinaus würden die noch auf der derzeitigen deutschen Tentativliste stehenden Nominierungen „abgearbeitet“. So steht in diesem Jahr eine Entscheidung des Welterbekomitees über die im Frühjahr 2012 angemeldete Stätte „Wasserkünste und Herkules im Bergpark Wilhelmshöhe“ an. Es folgen noch weitere auf der aktuellen Liste stehende Nominierungen,

Wenn die neue Tentativliste feststeht, bei der die Reihenfolge der Platzierung entscheidend ist für eine Anmeldung beim Welterbekomittee, dann wird die Prozedur immer noch lange dauern. Denn noch stehen auf der „alten Liste“ ein paar Vorschläge wie die „Speicherstadt und Chilehaus mit Kontorhausviertel oder „Der Naumburger Dom und die hochmittelalterliche Herrschaftslandschaft an Saale und Unstrut“.

„Eine erste Anmeldung aus der neuen Tentativliste kann aller Voraussicht nach frühestens im Frühjahr 2016 erfolgen“, teilte die KMK-Sprecherin mit. Erst anderthalb Jahre nach einer solchen Anmeldung werde dann vom Welterbekomitee darüber entschieden.

Nach den derzeit gültigen Vereinbarungen könne Deutschland pro Jahr ein Kulturerbe als Vorschlag für die Weltkulturerbeliste anmelden und - soweit vorhanden - eine Kulturlandschaft oder ein Naturerbe. „Dies bedeutet, dass die neue Tentativliste über einen Zeitraum von sehr vielen Jahren Gültigkeit haben wird“, erläutert die Sprecherin der Kultusministerkonferenz.

von Manfred Hitzeroth

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