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Kulturbewahrerin und Ehrendoktorin starb mit 79

Dr. Margret Lemberg Kulturbewahrerin und Ehrendoktorin starb mit 79

Die Historikerin Dr. Margret Lemberg starb in der Nacht von Montag auf Dienstag im Alter von 79 Jahren wenige Wochen vor ihrem 80. Geburtstag.

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Dr. Margret Lemberg präsentierte 2013 ihr Buch über den Elisabethschrein.

Quelle: Archivfoto: Manfred Hitzeroth

Marburg. Mit einem warmherzigen Lächeln auf den Lippen, eloquent, gebildet und zielstrebig: So kannte man in Marburg seit Jahrzehnten die Historikerin Dr. Margret Lemberg. Mit zahlreichen Publikationen zu Themen aus der Landes- und Universitätsgeschichte machte sie auf sich aufmerksam. „Barock im Marburger Raum“, „Der Marburger Bildteppich vom verlorenen Sohn“, oder „Sprechende Steine. Grabmalkunst zwischen Renaissance und Romantik im Marburger Raum“: Das waren nur einige der Titel der von ihr veröffentlichten Bücher mit geschichtlichen und kunstgeschichtlichen Themen. Dabei schaffte sie es in ihren Werken stets, spannend, unterhaltsam und lehrreich Geschichten aus der Geschichte zu erzählen.

„Stammgast“ war Margret Lemberg im Benutzersaaal des Staatsarchivs am Friedrichsplatz. „Einen Tag ohne Frau Lemberg gab es kaum“, erinnert sich Dr. Annegret Wenz-Haubfleisch, stellvertretende Direktorn des Marburger Staatsarchivs auf Anfrage der OP. Als „wache und zielgerichtete Kulturbewahrerin“ charakterisiert Wenz-Haubfleisch die Verstorbene. Besonders habe diese sich beispielsweise eingesetzt für die Rückkehr der fünf steinernen Tugenden nach Marburg. Ihr auch in langen Archivaufenthalten erworbenes Wissen habe Lemberg in einer Vielzahl von Publikationen, Ausstellungen und Vorträgen weitergegeben.

"Ein ungeheures Maß an Energie und hohe Fachkompetenz"

Die gebürtige Westfälin unterrichtete nach dem Studium von Germanistik, Geschichte und Kunstgeschichte ab 1960 Deutsch und Geschichte als Lehrerin in Köln und anschließend ab 1981 bis zu ihrer Pensionierung am Marburger Gymnasium Philippinum. Zudem war sie von 1989 bis 1995 Archivpädagogin am Hessischen Staatsarchiv in Marburg. Seit 1993 war sie Mitglied der Historischen Kommission für Hessen. Im Jahr 1997 erhielt sie für ihre historische Publikationstätigkeit die Ehrendoktorwürde des Fachbereichs „Neuere Deutsche Literaturwissenschaften und Kunstgeschichte“. „Die Nachricht von ihrem Tod hat uns sehr bestürzt“, sagte die Marburger Uni-Präsidentin Professorin Katharina Krause. Vor allem „ein ungeheueres Maß an Energie“, kombiniert mit einer „hohen Fachkompetenz“ habe Lemberg charakterisiert, sagte Krause auf Anfrage der OP.

Auch im Denkmalbeirat der Stadt Marburg hat Lemberg ihre Spuren hinterlassen. Dort agierte sie jahrelang als stellvertretende Vorsitzende des Beirats. „Das ist ein schrecklicher Verlust“, sagte Dr. Karl-Hermann Krombach, der Vorsitzende des Gremiums. Lemberg habe sich bei der Arbeit für den Denkmalbeirat durch ihre Brillanz in der Beurteilung von Sachverhalten, pädagogisches Geschick und Verlässlichkeit ausgezeichnet.

von Manfred Hitzeroth

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