Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 7 ° wolkig

Navigation:
Kultur für alle ist jetzt noch inklusiver

Blista-Ausstellung Kultur für alle ist jetzt noch inklusiver

Rund 150 Gäste kamen zur Eröffnung der Ausstellung „blick:punkte“ im Marburger Schloss, bei der an die 100-jährige Geschichte der Marburger Blindenstudienanstalt erinnert wurde.

Voriger Artikel
Ein Eldorado für Schatzsucher
Nächster Artikel
"Nichts danach war so lehrreich"

Kultusminister Boris Rhein (Zweiter von rechts) kam zur Eröffnung.

Quelle: Nadine Weigel

marburg. Marburg. Mit berührenden Liedern und beeindruckend aufgeführten Sketchen rund um die alltäglichen Tücken der Blinden und Sehbehinderten umrahmten Schüler der Blindenstudienanstalt die Ausstellungseröffnung. Um den Blinden-Alltag und die jetzt 100-jährige Geschichte der Marburger Blindenstudienanstalt (Blista) geht es gleichermaßen in der Ausstellung im Landgrafenschloss, die gleichzeitig als hessenweite Auftaktveranstaltung des Internationalen Museumstages galt.

Rund 150 Gäste kamen zur Eröffnung der Ausstellung „blick:punkte“ im Marburger Schloss, bei der an die 100-jährige Geschichte der Marburger Blindenstudienanstalt erinnert wurde.

Zur Bildergalerie

Prägt die Blista die Stadt Marburg geräuschetechnisch gesehen? Aus Sicht der Präsidentin der Philipps-Universität, Professorin Katharina Krause, ist in Marburg das Geräusch des Blindenstocks besonders typisch, wie sie bei der offiziellen Eröffnungsfeier im Schloss sagte. Aber vielleicht galt das eher früher, als die Stöcke noch das typische „Klack-Klack“ von sich gaben. Vielleicht sind es doch mehr die vielen auf die Bedürfnisse von Blinden zugeschnittenen akustischen Signale der Verkehrsampeln, wie jedenfalls Claus Duncker, Direktor der Marburger Blista, erwähnte. Die Ausstellung solle Antwort darüber geben, was der Kern der Arbeit im Dienste der beruflichen Integration und Bildung von Blinden und Sehbehinderten sei, sagte Duncker.

Und die 100-jährige Geschichte der von ihm geleiteten deutschlandweit einmaligen Einrichtung sei eng verbunden mit der Marburger Philipps-Universität und der Stadt Marburg, was in der Ausstellung ebenfalls beispielhaft dokumentiert werde.

Sehr interessiert zeigte sich Hessens Kunstminister Boris Rhein (CDU), der sich nach den offiziellen Reden Zeit für einen ausführlichen Rundgang durch die Ausstellung nahm. Dabei ließ sich Rhein auch dazu überreden, zusammen mit Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) eine Runde Mensch-ärgere-Dich-nicht zu spielen, wobei beide Politiker eine schwarze Augenbinde umziehen mussten.

„Die Ausstellung ist ein gelungenes Beispiel für barrierefreien Kunstgenuss“, sagte Rhein. Das auch von dem früheren Frankfurter Kulturdezernenten Hilmar Hoffmann geprägte Motto „Kultur für alle“ sollte weiterhin gültig sein, so Rhein. Menschen mit Behinderung sollten genauso wie Menschen ohne Behinderung ihre Freizeit vielfältig und abwechslungsreich gestalten können. Dazu gehöre ebenfalls die Teilhabe am kulturellen Leben.

nDie Ausstellung „blick: punkte“ ist noch bis zum 4. Dezember im Kleinen Rittersaal des Marburger Schlosses zu sehen. Informationen zu Führungen: Telefon 06421/606-105.

von Manfred Hitzeroth

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr