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Kürbisschnitzen für Halloween

Herbstfest im Botanischen Garten Kürbisschnitzen für Halloween

Eine Gruppe von Kindern mit Spinnweben im Gesicht läuft durch einen schmalen Gang zwischen tropischen Gewächsen. Jedes trägt einen ausgehöhlten Kürbis in den Händen.

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Viel Spaß hatten die Kinder, die in Kürbisse Gesichter schnitzten.

Quelle: Freya Altmüller

Marburg. Zwei Ecken weiter­ empfängt den Besucher der ­erdige Geruch der Gewächse,­ überall stehen sie auf Biertischen und werden von Kindern und Eltern bearbeitet.

Das Kürbisschnitzen ist eine­ der Attraktionen, die der Freundeskreis des Neuen Botanischen Gartens den Besuchern des Herbstfestes anbietet. „Wie geht das hier?“, fragt Christiane Raabe, die mit Enkel Mailo­ da ist. „Zuerst schneiden Sie den Deckel aus, entweder rund oder mit Zacken“, erklärt Lea Schmidt, die im Garten ein Freiwilliges Ökologisches Jahr absolviert. Die Mutter des Sechsjährigen hat schon das Taschenmesser angesetzt und sagt zu ihrem Sohn: „Du kannst gleich mit dem Löffel die Kerne rausmachen.“ Abfälle werden vom Tisch in große Bottiche heruntergekehrt. Katze, Hund und Hexe liegen als Vorlagen verstreut auf den Arbeitsplatten. Manche zeichnen die Muster vor, andere säbeln nach Gefühl.

„Ich mag kein Halloween“, sagt Ulrich Balzer aus Kirchhain, während seine Kinder schnitzen. „Das ist eine Randerscheinung der Globalisierung, vor 20 Jahren gab es das hier noch nicht.“ Seine Frau will die Kürbisse später vor der Haustüre aufstellen, mit Laterne darin. „Wenn’s nach mir ginge, würden wir sie kochen“, scherzt Balzer.

Mehr als 1000 Besucher in den ersten zwei Stunden

„Die Halloween-Kürbisse schmecken nicht als Suppe“, weiß Elisabeth Bohl, Vorsitzende des Freundeskreises. Sie wurden extra für den Anlass gezüchtet. Im botanischen Garten wird das Fest immer besser angenommen, erzählt ihr Kollege Jürgen Weimar. Weit mehr als 1000 Besucher sind allein in den ersten zwei Stunden gekommen. Mit den Gewinnen soll der Garten unterstützt werden.

Weimar preist die letzten Kürbisse an. „Das wird die Nase, hier kommen die Augen hin“, sagt er zu einem Kind, um ihm ein ungewöhnlich geformtes Exemplar schmackhaft zu machen. „Das wird ein Phantast.“ Gekauft. Ein paar Schritte weiter presst der Obst- und Gartenbauverein aus Äpfeln von Streuobstwiesen Saft. Vorsitzender Heinrich Bornmann und seine­ Kollegen häckseln die Früchte­ und füllen sie in einen Presssack in einem Bottich. Dann kommt eine Holzabdeckung darüber, Kanthölzer und ein Metallaufsatz, an dem eine Spindel mit Hebel befestigt sind. An dem wird so lange gedreht, bis der Saft aus den Äpfeln gelaufen ist. „Über den Trester freuen sich später die Vögel“, sagt Bornmann.

Noch ein paar Schritte weiter riecht es nach Würstchen und Senf, außerdem gibt es Kinderpunsch und Glühwein. Erika Feisel aus Reddighausen ist mit Mann und Schwägerin zum ersten Mal im Neuen Botanischen Garten. „Ich bin jemand, der gerne anpflanzt“, erklärt sie. Beim Herbstmarkt findet sie Inspiration. „Wir haben beschlossen, auch im Frühjahr und Sommer noch mal herzukommen, um zu sehen, wie es blüht“, erzählt ihre Schwägerin.

von Freya Altmüller

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