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Künftige Kita nutzt die Kraft der Sonne

Einweihung Künftige Kita nutzt die Kraft der Sonne

Der Einzug der Kinder in die Krippe auf dem Vitos-Gelände verzögert sich weiter. Wie die Stadt mitteilt, ist der Start nun zum 1. Dezember geplant. Ursprünglich war der 1.März vorgesehen.

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Über die neue Photovoltaikanlage freuen sich: Bürgermeister Dr. Franz Kahle (von links), Oliver Kutsch (Fachdienstleiter Hochbau Stadt Marburg), Norbert Kühn (Ingenieurbüro Schaub & Kühn), Sven von Dolsperg (AGEB Elektrotechnik Marburg) und Peter Wagner (Fachdienst Hochbau Stadt Marburg).

Quelle: Alexander Graf

Marburg. Fünf Gruppen, 50 Kinder, sind bis dahin in der Mosaikschule und dem ehemaligen Kindergarten Am Teich untergebracht. Schuld an der neuerlichen Eröffnungs-Verschiebung ist ein Fenster-Fehler, der erst beim Einbau auffiel. Offenbar lief etwas in der Produktion schief. Die Fenster seien aber wesentlicher Bestandteil des Energie-Konzepts des Hauses, sagt Bürgermeister Dr. Franz Kahle (Grüne). Daher müssen alle weiteren Ausbauten warten, bis die Fenster montiert sind.

Gestern stellte Bürgermeister Kahle die gerade fertiggestellte Sonnenenergieanlage vor. Diese neu gebaute Anlage der Kinderkrippe ist auf den ersten Blick gar nicht unbedingt als solche zu erkennen. „Aus der Entfernung sind die Module gar nicht sichtbar“, meinte Norbert Kühn vom Ingenieurbüro Schaub & Kühn. Anders als bei einer Standardanlage seien die Solarmodule nicht nur auf dem Dach, sondern auch an den Seitenwänden des Gebäudes angebracht.

Die von der Firma AGEB Elektrotechnik Marburg GmbH durchgeführten Arbeiten kosteten 252000 Euro und benötigten zehn Monate Bauzeit. Doch der Aufwand habe sich gelohnt, erklärte Bürgermeister Kahle: „Die Anlage wird im Jahr 42000 Kilowattstunden Strom liefern. Den jährlichen Verbrauch der Kinderkrippe schätzen wir allerdings nur auf etwa 25000 Kilowattstunden ein. Der Rest kann also in das Stromnetz eingespeist werden und sorgt dadurch auf lange Zeit für eine Refinanzierung der Investition.“

Ärger um verspätete Inbetriebnahme der Kita

Insgesamt gesehen stelle das Gebäude eine Besonderheit dar, denn es gelinge so, der Sonne eine größtmögliche Fläche zu bieten. Der Architekt habe von Anfang an das Ziel gehabt, die Photovoltaik bestmöglich einzubinden. Die Krippe selbst wird erst Anfang Dezember ihren Betrieb aufnehmen können.

Da die Eröffnung eigentlich am 1.März geplant war, gab es einigen Unmut von Seiten der betroffenen Eltern sowie der Stadt. Bürgermeister Kahle bekräftigte seine Kritik am Architekturbüro Opus, das „zu keinem Zeitpunkt die Bauleitung im Griff hatte“. Alle Differenzen mit dem Architekten seien noch nicht ausgeräumt worden berichtete Kahle. Sobald die Bauarbeiten abgeschlossen seien, gebe es „viel Klärungsbedarf“. Ein Gerichtsprozess sei nicht ausgeschlossen.

Doch wolle man nun einen früheren Einzugstermin nicht übers Knie brechen: „Wir haben in Absprache mit den Eltern und dem Träger beschlossen, dass wir erst nach dem letzten Hammerschlag einziehen werden.“

Vandalismus wirft Projekt noch weiter zurück

Den Ärger der Eltern könne er allerdings gut nachvollziehen, sagte Kahle. Die Suche nach einer passenden Einrichtung für ihre Kinder sei schon anstrengend genug. „Immerhin wählen sie eine Einrichtung aus, weil sie ihnen gefällt, weil sie davon ausgehen, dass alles sach- und termingerecht läuft“, sagt Kahle. Wenn der Bau dann nicht fertig wird, drücke das natürlich die Stimmung. Jedoch: „Die Räume Am Teich und in der Mosaikschule haben gute Standards.“

Der Neubau auf dem Vitos-Gelände sei ein „ambitioniertes Gebäude“. Insgesamt habe man mit der Baustelle kein Glück gehabt und dann sei noch Pech dazugekommen, so der Bürgermeister.

Zu allem Überfluss kam es auch noch zu Vandalismus. Unbekannte hatten Kabel der Photovoltaikanlage durchgeschnitten. Doch nun sei endlich ein Ende der Arbeiten in Sicht und Oliver Kutsch, Fachdienstleiter Hochbau der Stadt Marburg, ergänzte: „Wir sind jetzt auf der Zielgeraden!“

von Björn Wisker und Alexander Graf

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