Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -1 ° Schneeregen

Navigation:
Kritischer Blick auf Luthers Wirken

Wanderausstellung zur Reformationsgeschichte Kritischer Blick auf Luthers Wirken

Mit der Erstpräsentation der besonders für Schulen konzipierten Wanderausstellung will das Hessische Staatsarchiv Interessierten die Reformationsgeschichte im europäischen Kontext näherbringen.

Voriger Artikel
Kulturaustausch steht im Vordergrund
Nächster Artikel
Mutter prellt Hebamme um Verdienst

Kurator Dr. Karl Murk (zweite Reihe von links), Ausstellungsinitiator Professor Reinhard Neebe, Archivdirektor Dr. Andreas Hedwig sowie Kathrin Brömse und Simone Tavenrath (erste Reihe von links) von der Marburger Satzzentrale zeigen die Aufsteller der Wanderausstellung.

Quelle: Arnd Hartmann

Marburg. Dass in Bezug auf Hessen Landgraf Philipp dabei eine ganz wichtige Rolle spielte, verknüpften die Initiatoren auf 24 illustrierten Aufstellern und historischen Exponaten.

„Hier stehe ich, ich kann nicht anders. Gott helfe mir. Amen!“ Diese Worte des großen Reformators Martin Luther sind legendär. Im Jahr 1521 soll er sie vor Kaiser Karl V. auf dem Reichstag in Worms gesagt haben.

Dass es über Luther jedoch mehr zu sagen gibt, als in Geschichtsbüchern gelehrt wird, soll in der Ausstellung „Luther und Europa – Wege der Reformation und der fürstliche Reformator Philipp von Hessen“ zu sehen sein.

Kontrastreich wird deshalb Bezug auf die Luther-Dekade genommen: In sieben übergeordneten Themenkomplexen werden die reformatorische Vorgeschichte, ihre Ausbreitung bis hin zu den Nachwirkungen erklärt. „Wir möchten andere Akzente setzen und nicht den ausgetretenen Pfaden nachgehen“, sagt der Initiator und ehemalige Archivpädagoge Professor Reinhard Neebe.

Dr. Hedwig: „Mit Kritik wird nicht hinter dem Berg gehalten“

Eine politisch-historische Bildungsarbeit wünschen sich die Kuratoren deshalb mit dieser Ausstellung zu erreichen. In mehr als zweijähriger Vorarbeit entwarfen Neebe und Kollegin Justa Carrasco in Zusammenarbeit mit dem hessischen Kultusministerium und finanzieller Unterstützung der „A.SK Academic Foundation“ den inhaltlichen Rahmenplan.

Gedacht als Wanderausstellung mit schulischen Informationsmaterialien, Begleitbuch und Internetplattform, stehen besonders wertvolle Exponate von lutherischen Schriften bis hin zu Originaldokumenten im Staatsarchiv zur Ansicht bereit. Über das persönliche Leben Luthers, aber auch kritische Stellungnahmen zur Reformationsgeschichte von Kontrahenten, berichten die von der Marburger Satzzentrale entworfenen Aufsteller.

Dass innerhalb der Ausstellung auch intensiv nach der europäischen Dimension gefragt wird, ist gewollt. „Mit Kritik wird nicht hinter dem Berg gehalten“, erklärt Archivdirektor Dr. Andreas Hedwig, was die vielzähligen Ausstellungsstücke aus dem Fundus des Gymnasiums Philippinum beweisen.

Fragen ausdrücklich erwünscht

Perspektivisch schlägt der geschichtliche Inhalt einen Bogen von den Anfängen der Reformation über deren Glaubensspaltung bis hin zum Augsburger Religionsfrieden von 1555. Neben Wittenberg, Zürich und Genf werden weitere Reformationszentren beleuchtet. Vor allem das Wirken des Landgrafen Philipp von Hessen versucht die Ausstellung zu thematisieren.

Auf Illustrationen können die Besucher dann ergründen, welches Netzwerk Philipp als „European Player“ in seinem verzweifelten Versuch spannte, um eine „Mittelstraße“ zwischen den zwei streitenden reformatorischen Hauptbewegungen zu bauen. „Es wird deshalb keine vorgefertigten Antworten geben. Die Besucher sollen zum Nachdenken angeregt werden und natürlich Fragen stellen“, betont Hedwig.

„Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden“, sagen Kathrin Brömse und Simone Tavenrath, welche die Konzeption und grafische Gestaltung der Aufsteller übernahmen. Im Hinblick auf das Reformationsjubiläum 2017 sei man deshalb sicher, „den richtigen Anstoß mit dieser Ausstellung zu geben“, freuen sich die Kuratoren auf die bevorstehende Eröffnung am Donnerstag, 5. November, ab 18 Uhr im Landgrafensaal des Hessischen Staatsarchives.

  • Öffnungszeiten der Ausstellung bis zum 25. Mai 2016: Montag und Freitag, 8.30 bis 16.30 Uhr, Dienstag bis Donnerstag, 8.30 bis 19 Uhr. Der Eintritt ist frei.

von Arnd Hartmann

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr