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Kritiker von Bildungsfest verbannt

Sexismus Kritiker von Bildungsfest verbannt

Vorwürfe gegen die Veranstalter des Bildungsfestes: Verschiedene Initiativen sagen, sie seien mit ihren Angeboten von der Teilnahme auf den Lahnwiesen ausgeschlossen worden. Ihnen werde Sexismus vorgeworfen.

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Jürgen Wagner, als Aussteiger Öff Öff bekannt, wurde nach Sexismus-Vorwürfen vom Bildungsfest ausgeschlossen. Foto: Wisker

Marburg. Sexismus - aus diesem Grund, sagt Jürgen Wagner (49), seien er und Vereine, die ihn unterstützen, vom Bildungsfest verbannt worden. „Völlig haltlose Anschuldigungen sind das“, sagt der als Öff Öff deutschlandweit bekannte Aussteiger.

Eine Unbekannte behaupte, er habe sie im vergangenen Jahr „auf den Lahnwiesen schief angeschaut“ und „sich dadurch belästigt gefühlt“. Diese Aussagen seien kürzlich an das Organisations-Team des Festes herangetragen worden. Danach habe dieses - offenbar auf Druck von femininistischen Gruppen, so Wagners Mutmaßung - ihn und seine Zukunftswerkstatt Lilitopia, den Förderverein des Schenkens sowie der „Verein pro Beutelsbacher Konsens“ vom Bildungsfest ausgeschlossen. „Einfach so teilten sie uns das mit, ohne jemals mit mir über die Sexismus-Vorwürfe geredet zu haben“, sagt er. Entsezten bei Wagners Unterstützern: „Ein Skandal! Das ist eine Verleumdungskampagne“, sagt Matthias Körner vom Beutelsbacher Konsens.

Das Organisations-Team bestätigt, dass die Sexismus-Vorwürfe Auslöser für den Ausschluss waren.

Doch habe man Wagner und die Vereine in seinem Dunstkreis nicht verbannt, weil man den Anschuldigungen glaube. „Wir können diese Vorwürfe nicht aufklären, müssen aber das Fest schützen. Deshalb baten wir ihn inständig, in diesem Jahr nicht zu kommen“, sagt Antje Krause aus dem größtenteils studentischen Veranstaltungs-Team. Man habe Angst davor gehabt, dass etwa radikale feministische Gruppen auf Wagner treffen und es aufgrund der Sexismus-Gerüchte zu ernsten Konflikten auf dem Fest kommen könne. „Diese Gefahr sehen wir und wollen eine Eskalation vermeiden“, sagt Krause. Öff Öff trampele auf den Gefühlen Betroffener herum, dabei sei das Bildungsfest ein „diskriminierungsfreier Raum“, so die Organisatoren.

Für Wagner gilt indes ein Verbot, die Lahnwiesen während des Fests zu betreten. Sollte er das missachten, werde man ihn offiziell des Platzes verweisen. Polizei oder Ordnungsamt einzuschalten, sei zwar nicht geplant. Im Ausnahmefall komme das aber in Betracht. Wagner und seine Mitstreiter demonstrieren mit Plakaten auf der Mensabrücke. „Und da will ich das, was im Vorfeld des Bildungsfests geschehen ist, zum Thema machen. Zeigen, dass mit Angeklagten nicht geredet, sondern nur gerichtet wird - und das unter Linken.“

Aus Teilen des Schriftverkehrs, welcher der OP vorliegt, geht jedoch hervor, dass es in der Tat Gespräche zwischen den Betroffenen gab. „Es gab bis vor wenigen Tagen direkte, stundenlange Gespräche mit ihm, seiner Frau und Anhängern. Er blockte unsere Kompromisse, etwa Schilder mit seiner Botschaft auf dem Gelände aufzuhängen, ab. Getreu dem Motto: Entweder es läuft, wie er das wolle oder gar nicht“, sagt Krause

Öff Öff bezeichnet sich selbst als „wohl radikalsten Aussteiger Deutschlands“. Der 49-Jährige ist eine umstrittene Person. Als Waldmensch wurde er vor einigen Jahren bundesweit bekannt, doch es gibt Zweifel an seinem alternativen Lebensweg. Nach eigenen Aussagen wird er sogar vom Verfassungsschutz beobachtet

von Björn Wisker

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